Huch! Da bin ich doch tatsächlich mit dem Versace Wardrobe Versatile Award bedroht bedacht worden! Wo ich doch noch nie etwas gewonnen habe. Mit Ausnahme des Schatzes, vielleicht. Wobei – der war schwer erarbeitet. Aber das ist eine völlig andere Geschichte.
Selbstredend habe ich mich kundig gemacht, was es mit diesem quietschgrünen Ding auf sich hat, und fand Folgendes:
versatil - ver | sa | til [Adj., o.Steig.] 1 beweglich, gewandt (im Ausdruck) 2 ruhelos, wankelmütig
Award - 1 anglofizierte Variante des süddt. „ah, wart!“, einer umgangssprachlichen Form des Ausdrucks „einen Augenblick bitte“. Im Norddt. eher „he, waadde!“ 2 Auszeichnung, Prämie, Preis, Schiedsspruch, Entschädigungssumme
Aha. Ich verneige mich also in großer Dankbarkeit vor dem Verursacher, dem Herrn Blaues Wunder; wahrscheinlich hattest Du einen meiner Kommentare in Erinnerung, daß ich nie niemals Dinge preisgeben täte, die keiner über mich weiß, und wolltest jetzt wissen, ob das wirklich so ist?
Es ist. Allerdings gibt es Dinge, die nur wenige über mich wissen, und aus denen werde ich mal ein wenig plaudern. Ganz in Deiner Tradition, Blue. Allerdings wohl weniger spektakulär.
1. Ich finde Werbung toll.
2. Ich hatte mal drei Beziehungen gleichzeitig, wobei der Zweite nur vom Ersten, der Dritte vom Zweiten und Ersten und der Erste von gar nichts wußte.
3. Ich bin außerordentlich nachtragend. UND ich habe ein langes Gedächtnis.
4. Ich habe Marihuana geraucht, ohne irgendeine Wirkung zu verspüren.
5. In der Stunde, in der sich mein Tochterkind das Schienbein gebrochen hat, war ich 700 Kilometer weit weg, saß in der Ecke, heulte und wollte sofort nach Hause.
6. Ich kann den nahen Tod sehen bzw. fühlen.
7. Ich hab den Omega in den Acker gefahren, den benachbarten Bauer gebraucht, um wieder rauszukommen, mein letztes Geld ausgegeben, die Karre wieder sauberzukriegen und anschließend versucht, dem Schatz zu erzählen, ich sei nur zum Waschen gefahren, weil der Omega so dreckig gewesen sei. (Merke: Man kann den Schatz nicht täuschen.)
Bitte sehr – meine Secret Seven. Habt Spaß dran. Bei den 15 Opfern Bloggern, an die weiterzureichen sei, tu ich mir allerdings schwer. (FÜNFZEHN. Es hätten auch DREI gereicht.) Zum Einen mochte ich Kettenbriefe/-mails noch nie, zum Anderen verabscheue ich Schneeballsysteme. Wem es also gefällt und wer noch nicht genug „7 Dinge, die keiner über Dich weiß“ ausgeplaudert hat, möge es sich mitnehmen.
cu ruadh - 1. Dez, 13:49
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Reiterstübchen
Die Lichterketten hängen in den Fenstern, und alle Zimmer, in denen wir uns bevorzugt aufhalten, sind (vor)weihnachtlich geschmückt; und eigentlich hatten wir uns für den Ersten Advent einen wirklich gemütlichen, freundlichen Familien-Tag vorgenommen.
Und während wir beim Adventskaffee saßen, hat des Schatzes Großmutter ihre letzte, ihre große Reise angetreten.
cu ruadh - 28. Nov, 12:29
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Privat!
Ich finde Sprachen toll. (Ganz im Gegensatz zu meinen Kindern. Komisch.) Das hat im Lauf der Jahre dazu geführt, daß ich aus durchaus einigen Sprachen ein paar Sätze anbringen kann, meist Begrüßungen oder gute Wünsche. Sehr hilfreich in der doch sehr zentralen Abteilung, in der ich gelandet bin. Dachte ich.
Bis mich einer der irischen Kollegen per Mail fragte, wie es mir ginge, und ich unbedingt auf Gälisch antworten mußte. Die Übersetzung seiner Antwort hat mich eine gute Stunde gekostet und eine wortreiche Erklärung, daß mein Gälisch gar nicht so toll ist wie er meinte.
Ich und meine große Klappe …
cu ruadh - 21. Nov, 13:22
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Büroalltag
Am Abend legte der Schatz den Arm um mich und deutete auf die große, leere Wand im Wohnzimmer. „Wenn Du Dir das so ansiehst“, sagte er, „die Wand schreit doch förmlich nach einem großen Bücherregal, so von Wand zu Wand und vom Boden bis zur Decke. Was meinst Du?“
Sommer vor einigen Jahren. Der letzte Umzugswagen war ausgeräumt, die meisten Möbel und Kartons waren irgendwie ins Haus geschafft, das Heu war eingebracht. Die Regenzeit begann. Die Gelegenheit, sich mal umzusehen, was mit den einzelnen Räumen wohl anzufangen sei.
Das Wohnzimmer, eine ehemalige Gaststube, war riesig, mit dunkel abgehängter Decke, abenteuerlichen Holzbeplankungen an den Wänden und einer tauschönen Fototapete. Und einer ganzen Wand ohne Fenster oder Türdurchbrüche. ‚Schau‘, sagte ich zum Schatz, ‚diese Wand da, die ist doch eigentlich wie gemacht für ein richtig großes Bücherregal. Von der Decke bis zum Boden. Da fänden alle unsere Bücher locker Platz drin.‘ Der Schatz schaute mich entrüstet an. ‚Ein Bücherregal!? Über die ganze Wand? So was will ich nicht im Wohnzimmer haben!!‘
„Das ist eine richtig gute Idee, Schatz“, sagte ich und schmiegte mich an.
cu ruadh - 4. Nov, 12:10
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Reiterstübchen
Er hat einen schlechten Ruf, der November. Auch wenn er sich dieses Jahr alle Mühe gibt, sein Image etwas aufzupolieren – er ist kein Monat, mit dem man überschwängliche Freude in Verbindung brächte.
Das bekommt der Schatz gerade zu spüren, denn seine Großmutter ringt um den Tod. Nun ist sie zugegebenermaßen kein wirklich neues Modell mehr, und von daher war es absehbar. Das zu wissen macht es aber nicht einfacher, nur zusehen zu können, wie jemand, der einem viel bedeutet, eigentlich gern abreisen würde, aber nicht gelassen wird, weil die Ärzteschar sich genötigt sieht, einen unter allen Umständen am Leben zu erhalten.
Und so unfair das jetzt wohl klingen mag – ich bin froh erleichtert, daß ich das dieses Mal nicht tragen muß. Noch kann ich ausreichend Distanz bewahren, um den Schatz zu trösten und aufzurichten. Noch.
cu ruadh - 3. Nov, 14:04
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Privat!
Das Hundelüften am Mittag führte mich wie üblich am Nachbarshaus* vorbei. Es war schönes Wetter, und der Nachbarsbub purzelte mit seinem Fahrrad aus der Einfahrt und begrüßte uns freudig. („Du freundest dich echt mit jedem an, was?“ hat ein finster blickendes Tochterkind mal angemerkt.) Besonders der eigentlich grimmige Spitz hat es ihm wohl angetan, und der mag den Buben auch ganz gern.
„Ich vergesse immer, wie Deine großen Hunde heißen“, sagte der Kleine und tätschelte dem Spitz die Ohren. Während ich ihm die Hundenamen aufsagte, war hinten aus dem Garten lautes Geschrei zu hören. „Oh“, sagte ich, „habt ihr jetzt Gänse?“ – „Ja“, sagte der kleine Mann stolz, „und Hühner auch. Aber die hauen immer ab, und Papa muß sie immer wieder einfangen.“ Er überlegte einen Moment und fügte hinzu: „Und ein Huhn liegt tot im Stall.“ – „Marder?“ fragte ich mitfühlend. Er schüttelte den Kopf. „Nö. Strom. Wir haben ja schließlich Ponyland.“
__________
*Nachbarshäuser sind hierzulande alle, die sich in Sichtweite befinden. Dieses ist nicht mal mehr in Rufweite und hat einen vergleichsweise großen Garten, in dem zwei Ponies leben.
cu ruadh - 2. Nov, 13:20
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Land und Leute
Anrufer: “Ja hallo, Werner hier vom Lager. Ich sollte Dich anrufen.“
Cu: „
(verwundert) Du solltest
mich anrufen??“
Anrufer: „Ja! Ich hab mich im BÖH angemeldet, und da stand, ich soll Dich anrufen!“
Cu: „Du sollst … ja klar! Du sollst Dich bei mir melden, wenn Du Übersetzungen in Französisch oder Portugiesisch findest, die nicht korrekt sind.“
Anrufer: „Ach so … Nee, Französisch und Portugiesisch kann ich nich. Eigentlich kann ich nicht mal richtig Englisch.“
Wäre mir jetzt gar nicht aufgefallen.

cu ruadh - 1. Nov, 10:50
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Büroalltag
Anfang Oktober standen der Schatz und ich in unserem riesigen Wohnzimmer und betrachteten nachdrücklich das Ambiente der ehemaligen Gaststube.
Schatz: „Ich glaube, ich hätte gern ein schönes Wohnzimmer.“
Cu: „Ja …“
Schatz: „Meinst du, wir schaffen das vor Weihnachten?“
Cu: „(zweifelnd) Wenn wir uns richtig Mühe geben, vielleicht …“
Am folgenden Wochenende fielen wir im nahegelegenen Baumarkt ein und schleppten Tapeten, Kleister und einen Tapeziertisch nach Hause.
Sagte ich schon, daß dieses Gespräch im Oktober 2010 stattfand?
Anfang September diesen Jahres erwarb ich reichlich Farbe für die Gaststuben-Decke – nußbaum-lasierte Balken mit Eiche-rustikal-Paneelen – um dann allabendlich ein oder zwei Stündchen auf der Leiter zu stehen und die Paneelen cremeweiß zu streichen. Das Ergebnis war umwerfend und schrie nach Fortsetzung, also fing ich an, Tapeten abzureißen. Da an jeder Wand etwas anderes klebte, waren die Erfolge sehr unterschiedlich; bei Vinyltapete braucht es länger, die Bahnen müllsacktauglich zusammenzulegen als sie von der Wand zu ziehen, Rauhfaser direkt auf Putz hingegen will nur schnipselweise von der Wand.
Nach zwei Wochen Schnipsel hatte der Schatz ein Einsehen und kaufte Tapetenlöser. (Bis dahin kannte ich nur Methoden, die mit viel Wasser und Wärme und anschließend unbrauchbarem Fußbodenbelag zu tun hatten …) Und nach der Beseitigung diverser Überraschungen (Risse, offene Verteilerstellen, kreativ verlegte Leitungen) ging der Rest vergleichsweise zügig voran, so daß gestern die Arbeiten ihren vorläufigen Abschluß fanden und sogar schon die ersten Bilder aufgehängt wurden.
Jetzt müssen wir uns nur noch auf einen Fußbodenbelag einigen. Und Beleuchtung.
cu ruadh - 31. Okt, 12:46
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Reiterstübchen