Freitag, 14. Oktober 2011

Still ...

Am Wochenende hat der Schatz ein paar Heuballen ins Futterlager umgeräumt, um Platz zu machen für neues Winterfutter, das erst noch ablagern muß. Und seit Montag zirpte es plötzlich im Futterlager. Zunächst dachte ich mir nichts weiter dabei; dann wurde ich neugierig und versuchte, die vermeintliche Grille zu finden, entdeckte stattdessen aber in einem der umgelagerten Ballen ein kleines Mäusenest, in dem ein paar Mäusekinder nach ihrer Mama riefen.

Der Schatz schaute die Zwerge auch ganz fachmännisch an und meinte bedauernd, er hätte dann wohl eine Familie auseinandergerissen beim Umlagern, und die Zwerge wären noch nicht groß genug, um allein zurechtzukommen. Ich war eher der Hoffnung Meinung, die Mama wäre nur Essen suchen gegangen und käme gleich zurück, sobald wir weg wären.

Gestern Abend war es ganz still im Lager …
Zu finden in: Stall und Weide

Montag, 10. Oktober 2011

Handschuhjagd

Wir haben einen alten Hof gekauft mit jeder Menge Renovierungsbedarf. Und bei Arbeiten solcher Art bevorzuge ich lederne Arbeitshandschuhe. Nicht, weil sie so kernig aussehen oder mir ein äußerst arbeitsames Gefühl geben, sondern um meine Hände vor rostigen Ecken, Holzsplittern, Brombeerranken, Steinkanten und Blasen zu schützen. Und schwere Dinge vor dem Herunterfallen. Leider brauchen solche Arbeiten die Handschuhe langsam auf. Mein letztes halbwegs brauchbares Paar ist mittlerweile von vermehrtem Lochfraß befallen, so daß ich mich langsam nach ein paar neuen umsehen mußte.

Ganz offensichtlich tun hiesige Frauen so etwas aber nicht. Lederne Arbeitshandschuhe tragen, meine ich. Anders kann ich mir die vollständige Abwesenheit von Arbeitshandschuhen meiner Größe nicht erklären. Es gibt sie für Kinder bis Größe 6 ½ und dann wieder ab Größe 10; und wenn man ganz viel Glück hat, findet man welche in Größe 9. Leider rutschen mir die von den Händen, kaum daß ich die Arme sinken lasse. Meine Größe gibt es bestenfalls bei überteuerten bunten Stoffhandschühchen für den Balkon oder bei Gummihandschuhen. Ein Phänomen. Entweder die Damen erledigen anfallende Arbeiten tatsächlich ohne richtigen Handschutz, und ich bin ein Weichei, oder sie bringen die dazugehörigen Herren zu derlei Tätigkeiten, und ich bin zu doof, das auch hinzukriegen.

Wie auch immer, ich brauche neue Handschuhe!
Zu finden in: Reiterstübchen

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Hausmittelkenner

Wir sind stolze Besitzer eines Retriever-Rüden mit angeborener Verdauungsstörung. Daher haben wir uns vor einigen Jahren vom Fertigfutter verabschiedet und sind dazu übergegangen, Hundefutter selbst zuzubereiten. Sehr zur Freude aller anderen anwesenden Hunde, denn das mögen sie weitaus lieber.

Unglücklicherweise leidet mein Kochgeschirr gelegentlich darunter. So zum Beispiel diese Woche, als ich Reis und Möhren aufgesetzt und mich dann ins Blumenzimmer an meinen Computer begeben hatte, in froher Erwartung, der Schatz (der den aufgesetzten Topf durchaus bemerkt hatte) würde hin und wieder nach dem Topf schauen. Hatte er aber nicht, wie sich mir beim Verlassen des Blumenzimmers durch beißenden Geruch und dichte Schwaden kundtat.

Da mir aufgesetztes Hundefutter auch schon hin und wieder mal entfallen ist, seufzte ich nur innerlich. Wieder ein Topf, der sechs Wochen außer Dienst ist, weil man ihn irgendwie vom Brandansatz abweichen muß! Der erste Schmodder ließ sich relativ schnell entfernen, darunter aber steckte diese schwarze Kruste, die wirklich nur durch Einweichen und intensives Schrubben zu entfernen ist.

Dachte ich. Bis Sohn um die Ecke schaute und die Verwendung von Backpulver vorschlug.

Cu: „Backpulver!? Wieso denn Backpulver?“
Sohn: „Keine Ahnung. Habe ich mal gehört.“
Cu: „Wo hörst Du denn so was?“
Sohn: „Im Radio bei Tietjen talkt. Da hat das mal einer gesagt.“

Ich habe es ausprobiert, und was soll ich sagen, es funktioniert tatsächlich. Unglaublich. Vor allem, daß Sohn sich Dinge so im Vorbeigehen merken kann. Das hat er von seinem Vater.
Zu finden in: Reiterstübchen

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Nicht da ...

Das Telefon meines Kollegen, dem Treckerfahrer, klingelt. Der Treckerfahrer ist heute nicht da wegen eines Trauerfalls in der Familie, also erbarme ich mich mal und übernehme das Gespräch.

Cu: „BÖH-Administration, Cu ruadh.“
Anrufer: „Risk management, moin. Der Treckerfahrer da?“
Cu: „Nein, der ist heute nicht im Haus.“
Anrufer: „Und das heißt?“
Cu: „Daß er heute nicht im Hause ist.“
Anrufer: „Aha. Dann schick ich ihm ein Mail.“

Wenn ich nur wüßte, an welcher Stelle ich mich unklar ausgedrückt habe!
Zu finden in: Büroalltag

Donnerstag, 29. September 2011

Nächtliche Ruhestörung

Liebster Schatz,

ja, ich weiß, Du magst nicht gern des Nächtens aufstehen, Dich anziehen und mit dem jammernden Retriever-Köter rausgehen müssen. Normalerweise passiert Dir das ja auch nicht, weil Dein Schlaf deutlich fester ist als meiner.

Nachdem Du aber schon gute zwei Stunden Lautatmung hattest, während ich noch gewerkelt habe, und überdies imstande bist, wieder einzuschlafen, kaum daß Du zugedeckt bist (ganz im Gegensatz zu mir), fand ich diese süffisant-beleidigte Bemerkung, ich hätte mir ja nur wieder die Bettdecke über den Kopf gezogen, irgendwie unangebracht. Zumal ich erst wachgeworden bin, als Du aus Versehen den Spitz getreten hast. Und ich habe mich weder rumgedreht noch etwas über den Kopf gezogen, sondern bin einfach nur still liegengeblieben.

Denn ganz ehrlich, ich finde nicht, daß ich jedes Mal diejenige sein muß, die nachts mit einem der puscheligen Mitbewohner rausgehen muß. Genaugenommen verstehe ich nicht mal, warum Ihr offenbar alle glaubt, ich benötigte nicht mehr als drei Stunden Schlaf am Tag respektive in der Nacht. Oder mal ein bißchen Zeit für mich.

Und den Köter wolltest Du unbedingt haben, Schatz. Ich wollte ja den mit den braunen Ohren. Und den Spitz. Und wenn der mal nachts raus will, gehe ich immerhin mit ihm, ohne mich zu beklagen.
Zu finden in: Reiterstübchen

Mittwoch, 21. September 2011

Niemand zu Hause

Wir sind berufstätige Menschen, der Schatz und ich. Das heißt, wir gehen morgens aus dem Haus und kommen mehr oder weniger früh nachmittags heim. In gewisser Weise gilt das auch für die Kinder, denn die sind gewöhnlich tagsüber in der Schule.

Das scheint ein Phänomen zu sein hier in Ostfriesland, zumindest in der ländlichen Gegend, in die es uns verschlagen hat. Hier ist offenbar zu jeder beliebigen Tageszeit jemand zu erreichen. Anders kann ich mir die hartnäckigen Versuche von Schornsteinfegern, Strom-, Gas- und Wasserablesern und Kläranlagenprüfern nicht erklären, am Vormittag jemanden im Peerstall anzutreffen. Der Schornsteinfeger und der Umwelttechniker, der sich um unser Hausklärwerk kümmert, sind inzwischen sogar im Besitz meiner Handynummer, damit sie vorher einen Termin mit mir vereinbaren können. Trotzdem finde ich immer wieder Zettel im Briefkasten, auf denen sehr vorwurfsvoll und mit reichlich Ausrufezeichen versehen zu lesen ist, man habe diesen Tag versucht, ins Haus zu gelangen, aber niemand sei dagewesen, und nun werde man am Folgetag zwischen 8 und 9:30 Uhr einen neuen Versuch unternehmen. Alternativ möge man da und dort anrufen, um einen Termin zu vereinbaren.

In der Regel erreicht man da nach 15 Uhr niemanden mehr. Wahrscheinlich wartet schon irgendein Ableser, mit dem das Büropersonal einen Termin hat.
Zu finden in: Land und Leute

Montag, 12. September 2011

Weg!

Seit Jahren wohnte mein Ehering zuverlässig an dem Finger, an den ihn der Schatz seinerzeit gesteckt hatte. Erst ungewohnt, wurde er fester Bestandteil meines Ich, und ich hätte mir nie vorstellen können, ohne ihn zu sein.

Dann gab es eine kleine Rangelei im Stall mit Tochterkind, und von zehn möglichen Fingern mußte es ausgerechnet dieser Ringfinger sein, der gestaucht wurde. Sozusagen in letzter Minute gelang es mir noch, den Ring über das anschwellende Gelenk zu zwingen, was sehr schmerzhaft war und zu länger anhaltenden Problemen führte. In der Hoffnung, der Ringfinger werde bald wieder in seine ursprüngliche Gestalt zurückgekehrt sein, trug ich meinen Ring fortan auf dem kleinen Finger, was auch ganz gut paßte. Jedenfalls, so lange es warm war.

Kühlere Temperaturen sorgen für schmalere Finger und demzufolgend rutschenden Fingerschmuck. Du ahnst es schon? Mein Ring, Zeichen innigsten Verbundenseins mit dem Schatz, verschwand. Auf Nimmerwiedersehen. Die Zeitspanne zwischen dem sicheren Noch-Vorhandensein und dem definitiven Verschwundensein ist so groß – er könnte beim Einkauf verlorengegangen sein oder irgendwo im Haus oder auf dem Weg zur Arbeit oder ich habe ihn den Hengsten beim Füttern vorgeworfen.

Heul!

Der Tag war gelaufen. Der Schatz, der allerbeste, suchte alles in Haus und Hof ab, ich jeden Weg, den ich gegangen war, aber vergeblich. Wieder zu Hause, nahm mich der Schatz in die Arme und sagte: „Tja. Dann muß ich Dir wohl einen neuen kaufen.“

Mußt du dann wohl, Schatz. Bis dahin trage ich – mit Einverständnis – erst einmal den von Mama. Auch nicht auf dem lädierten Ringfinger. Weil er mir zu groß ist.
Zu finden in: Reiterstübchen

Donnerstag, 8. September 2011

Post

Sohn schreibt sich gelegentlich mit meiner Schwester, er kurz und trocken, sie lang und unterhaltsam. Jetzt gab er mir Schwesters Brief von letzter Woche zum Lesen. Da stand unter anderem:

„Vielleicht hast Du ja auch eine Mail-Adresse oder wenigstens einen Internet-Zugang, dann könnten wir uns mailen. Das ist dann einfacher, dieses Briefeschreiben ist ja doch sehr mühsam.“

Ich war irritiert und meinte, das sei jetzt überraschend, gerade von Schwester. „Fand ich auch“, sagte Sohn, nickte heftig und nahm seinen Brief wieder an sich, der schon nicht mehr handgeschrieben, sondern aus dem Drucker war. Wahrscheinlich ist es der letzte, denn nun schicken sie einander eMails.

Manchen Relikten weint man nicht nach. Um dieses ist es schade, finde ich. Einen Brief im Postkasten zu finden, an einen persönlich adressiert, vielleicht gar mit wohlbekannter Handschrift, die einem vor dem Öffnen schon das Herz klopfen läßt – das war schon immer etwas Besonderes. (Ich hatte sogar mal das Vergnügen, einen gesiegelten Brief zu bekommen!) Klar, eMails gehen schneller und sind einfacher zu schreiben; du mußt dir keine großen Gedanken vor dem Schreiben machen, sondern kannst anschließend einfach markieren, ausschneiden, einfügen, umsetzen. Das alles geht beim Schreiben auf Papier nicht so, man muß sich schon überlegen, was man macht und wie. Vielleicht sind die Menschen heute deswegen so ungeduldig und zappelig – sie verlernen, sich für etwas die Zeit zu nehmen, sich darauf zu konzentrieren und darüber nachzudenken. Und sich darüber zu freuen, daß jemand anders sich die Zeit für sie genommen hat.

Mir wird es fehlen, das Briefeschreiben und –bekommen.
Zu finden in: Reiterstübchen

Utn Peerstall

Das sind keine Haflinger!

gerade im Stall:

Du bist nicht angemeldet.

Stallordnung

Alle Einträge von cu ruadh sind extrem subjektiv und aus persönlichem Erleben entstanden. Anmerkungen und Kommentare sind erwünscht, allerdings bitte ich um einen höflichen und freundlichen Umgangston. Kurz gesagt: Wer pöbelt, suche sich einen anderen Stall!

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