Donnerstag, 2. September 2010

Verfolgt

Gestern während des Hundespazierganges erzählte der Schatz so nebenbei von Videos auf U2B, wo man u.a. sehen könne, wie ein Mädchen (ich meine, er sagte „kleines Mädchen“) an einem Fluß steht, einen Eimer in der Hand, und aus dem Eimer nimmt sie immer wieder kleine Hundewelpen und wirft sie in hohem Bogen in den Fluß. So wie wir früher Kieselsteine geworfen haben.

Zwar habe ich das nicht gesehen, aber natürlich sprang meine Vorstellung sofort an.

Und jetzt bekomme ich diese Bilder nicht mehr aus dem Kopf.
Zu finden in: Reiterstübchen

Mittwoch, 1. September 2010

Bitte bitte bitte!

Nachdem ich gerade unfreiwillig Opfer Beisitzer einer Besprechung wurde, möchte ich eine Bitte loswerden.

Wenn Ihr mehr oder weniger regelmäßig an Treffen/Meetings/wie immer das bei Euch heißt teilnehmt und/oder nicht Insassen einer Einzelzelle EinBewohner eines Einzelbüros seid, bitte bitte wascht Euch täglich und achtet auf halbwegs frische Kleidung! Bitte! Im Interesse Eurer Kollegen …
Zu finden in: Büroalltag

Dienstag, 31. August 2010

Never say No

Der Ostfriese an sich ist ja ein freundlicher Mensch. Insbesondere, wenn er etwas will. Touristen beispielsweise sollen reichlich Geld hierlassen, da muß man einfach nett sein. Mit Zugezogenen (in Bayern heißen sie „Zuagreißte“, hier gibt es kein eigenes Wort, das sind einfach „Fremde“) nicht so, die bleiben ja ohnehin, vor allem, wenn sie sich hier ein Haus gekauft haben.

Darum sagt der Ostfriese an sich auch äußerst ungern „Nein“. Er verwendet lieber allgemein gehaltene Aussagen, die irgendwie positiv klingen. Hier ein paar Beispiele:

„wir kommen dann mal vorbei“ -> wir haben keinerlei Interesse an irgendwelchen Besuchen

„das seh ich mir mal an“ -> am besten kümmerst du dich selbst drum

„das kriegen wir schon hin“ -> mach es selbst. Und wenn ich es machen muß, kostet es dich viel mehr als ursprünglich mal ausgemacht

Insbesondere der letzte Satz wird gern und häufig verwendet und bringt bei uns inzwischen sämtliche Alarmglocken zum Schrillen. Denn dieser Satz bedeutet grundsätzlich einen Haufen Ärger, einen Riesenaufwand zusätzlich und wesentlich mehr Geld, als man eingeplant hatte.
Zu finden in: Land und Leute

Montag, 30. August 2010

Lissy ist verschwunden

Lissy ist verschwunden

Freitag früh zum Frühstück haben wir sie das letzte Mal gesehen, die kleine Katzendame, und seither ist sie spurlos verschwunden.

Seit zwölf Wochen wohnt sie bei uns mit ihrer Mama und ihren beiden Brüdern. Montag Abend während des Hundespaziergangs haben wir sie im Straßengraben gefunden; irgendjemand hatte Mama Maunz und ihre Kinder einfach entsorgt. Und umgehend haben sie es sich bei uns bequem gemacht, erst in unserem Stall, und dann in unseren Herzen.

Eines Morgens kam der Schatz aus dem Stall, eine kleine, unglückliche Lissy an die Heldenbrust gedrückt, die sich beim Aufwachen ganz allein gefunden und um Hilfe gerufen hatte. Seither sind sie ein Herz und eine Seele. Wenn sich der Schatz irgendwohin setzt, ist sie sofort da, springt auf sein Bein und rollt sich schnurrend zusammen. Wenn er über den Hof läuft, geht sie mit, und wenn er nach Hause kommt, sitzt sie schon in der Einfahrt und wartet auf ihn.

Bis Freitag früh.

Lissys Brüder Rambo und Mogli sind seither recht verstört, verkriechen sich im Haus und kuscheln sich meist zusammen. Und wir … wir haben alles abgesucht. Wenn sie angefahren worden wäre und irgendwo im Graben läge, unsere Hunde hätten sie längst gefunden. Alles haben wir abgesucht, Wege, Weiden, Gräben rund um den Hof, jedes Loch, in das sie hätte fallen, jeden Baum, von dem sie nicht mehr herunter hätte kommen können. Aber sie ist weg. Und wir sind sehr traurig, ratlos und geschockt. Irgendwie erwarten wir jedes Mal, wenn wir aus dem Fenster sehen oder aus der Tür kommen, sie da sitzen zu sehen, als wäre nichts gewesen. Aber mit jedem Tag wird die ohnehin geringe Wahrscheinlichkeit, sie je wiederzusehen, noch kleiner.
Zu finden in: Stall und Weide

Freitag, 20. August 2010

Land und Leute

Trägt sich irgendeiner von Euch mit dem Gedanken, sich in Ostfriesland niederzulassen? Nein? Gut.

Sollte doch der eine oder die andere darüber nachdenken, möchte ich hier ein wenig von unseren Erfahrungen kundtun. Denn ganz ehrlich – hätte ich das Eine oder Andere vorher gewusst, ich wäre noch mal intensiv mit mir zu Rate gegangen, ob ich mir das wirklich antun will. Wir hätten schließlich auch in den schwäbischen Raum ziehen können.

Bei den Erzählungen, die hier stattfinden (werden), handelt es sich nicht um Erfindungen. Das alles hat sich so zugetragen; man möge mir bestenfalls meine kommentierende Weise zu berichten verzeihen. Gleichfalls möchte ich im Vorfeld eventuell anwesende Einheimische um Entschuldigung bitten. Nichts liegt mir ferner als ganze Völkerschaften zu beleidigen; doch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen – so ist es gewesen.

Warum wir dann nicht wieder umziehen? Weil es hier schön ist. (Mal abgesehen von manchen Eigenheiten der Ureinwohner.) Weil wir hier gute Jobs haben. Weil es den Kindern in der Schule richtig gut geht. Und weil alles, was wir haben, hier in unserem Hof steckt.

Wir können also gar nicht weg.
Zu finden in: Einfahrt und Parkplatz

Ordentlich

Der Ostfriese an sich mag es ordentlich. Jedenfalls da, wohin zufällig Vorbeikommende draufschauen können. Die Gardinen hängen ordentlich und gerade, die Blumen im Fenster sind sorgfältig ausgerichtet, und wenn der Nachbar einen von diesen grässlichen Beton-Blumenkörben vor dem Haus stehen hat, muß man auch einen haben.

Sehr wichtig aber sind große, übersichtliche Rasenflächen. Je mehr, desto besser. Nicht, weil man da Schafe oder Shetties weiden lässt. (Dafür hat der Opa Weideland.) Oder weil die Kinder respektive Enkelkinder da spielen dürfen. (Dafür gibt es den Hof und die Straße und die Einfahrt vom Nachbarn.) Oder weil der Platz zu ausgedehnten Feierlichkeiten einlädt. (Dafür gibt es den Platz hinterm Haus.) nein, hier führt der Ostfriese an sich seinen sorgfältig gepflegten Aufsitzmäher spazieren. Jeden Samstag. Ab halb vier. Bis es Winter wird und der Rasen nicht mehr wächst.

Denn der Ostfriese an sich mag es eben ordentlich. Auch den Rasen. Den vor allem.
Zu finden in: Land und Leute

Mittwoch, 11. August 2010

IT-Hotline

Anfrage von Anwenderin:

Wenn ich einen Film auf meine Diskette speichern möchte, kommt die Meldung, dass auf der Diskette nicht genügend Speicherplatz vorhanden ist.
Dann versuche ich mit Verknüpfung-speichern und dann ist Platz genug und Film ist auf der Diskette.
Problem ist aber, wenn ich diesen Film auf der Diskette auf einem anderen PC anschauen möchte.
Da kommt die Meldung: -nicht gefunden. Aber auf meinem PC funktioniert es. Was kann es sein?

Antwort IT-Hotline:

Sehr geehrte Anwenderin,
in Ihre Handtasche passt Ihr Pelzmantel einfach nicht rein. Ein Zettel mit Vermerk, dass Ihr Pelzmantel im Schrank hängt, passt in Ihre Handtasche rein. Also solange Sie diesen Zettel daheim lesen, finden Sie Ihren Pelzmantel im Schrank.
Schwieriger wird es, wenn Sie Ihre Freundin besuchen und dort Ihren Zettel lesen und erfahren, dass Ihr Pelzmantel im Schrank hängt. In dem Schrank von Ihrer Freundin können Sie suchen, so lange Sie wollen, Ihren Pelzmantel finden Sie dort bestimmt nicht...

Noch eine Hilfe:
Handtasche = Diskette
Pelzmantel = Film
Zettel = Verknüpfung
Schrank = PC
Motten im Schrank = PC Virus
Nachbar im Schrank = Hacker

...alles klar?!

Anmerkung: heute frisch aus der elektronischen Hauspost ...
Zu finden in: Reiterstübchen

Dienstag, 10. August 2010

Sonntag ...

… war einer der Tage, die man nicht wirklich braucht.

Mamas erster Geburtstag ohne Mama. Ein sehr befremdlicher Gedanke für mich. Wir hier in Ostfriesland, fern vom Rest der Familie, haben ihn ganz für uns mit Zwetschgenkuchen und Sahne begangen.

Wo immer du jetzt bist, geht es dir hoffentlich gut …

Überschattet war der Tag aber nicht nur wegen des Fehlens der einstigen Hauptperson. Pony Nummer 2 ist vom Hof gegangen. Manni wohnt jetzt bei einer netten Familie nicht allzu weit von uns und wird, so hoffe ich, ein richtiges Familienmitglied werden. So weit ein Pony das eben kann. Ob ich ihn irgendwann mal besuchen werde, weiß ich nicht. Wohl eher nicht. Dennoch war es wiederum ein trauriger Abschied für mich.

Leb wohl, mein kleiner Schatz. Alles Gute für dich und deine neue Familie.
Zu finden in: Stall und Weide

Dienstag, 27. Juli 2010

Abschied

Gerade haben wir uns entschieden, uns von den Ponies zu trennen, da ist es auch schon passiert.

Das erste meiner unserer Ponies ist vom Hof gegangen.

Ich bin mir wie ein Verräter vorgekommen, als ich meinen süßen kleinen Grauen mit einer Möhre auf den Anhänger gelockt habe. Während er mit seinem neuen Besitzer vom Hof gefahren ist, habe ich hinter dem Stall gehockt und geheult.

Irgendwie hatte ich gehofft, dass es nicht so schwer werden würde. Aber es fühlt sich an, als lege sich eine Faust um meinen Magen und drehe alles einmal um. Und es wird etwas brauchen, fürchte ich, bis ich darüber hinweg bin. Am liebsten wäre es mir eigentlich, sie würden alle gleichzeitig gehen, anstatt das jedes Mal wieder ertragen zu müssen …

Leb wohl, mein kleiner Smokey. Ich wünsche dir alles Gute.

(Bild folgt. Falls ich es hinbekomme.)
Zu finden in: Stall und Weide

Fazit

Nach zwei Jahren des Herumärgerns, Durchhaltens und Nicht-unterkriegen-lassen-Wollens haben wir nun beschlossen, uns auf das zu konzentrieren, was wir eigentlich wollen – die Arbeit mit unseren Pferden.

Keine Einsteller mehr.
Es sei denn, jemand ist uns wirklich sympathisch.
Einsteller geben einen Haufen Geld aus, um sich ein Pferd mit Abstammung zu kaufen, mit dem sie dann anschließend nicht umgehen können. Sie erwarten Rundumversorgung, erstklassige Pflege, bestes Futter, Bespaßung für Pferd und Reiter, wollen dafür aber nicht mehr ausgeben als sie für einen mageren Weideplatz berappen müssten. Und sie wundern sich, wenn man etwas pikiert dreinschaut, wenn sie einem freudestrahlend die dritte neue Tannne-Trense präsentieren, die „mit 70 Euro doch wirklich ein Schnäppchen war“, nachdem sie einem noch am Vortag die Ohren vollgejammert hatten, dass sie sich den Stall eigentlich gar nicht leisten könnten mit ihrem kleinen Gehalt.
Merke: Einsteller sparen nicht an Pferd und Sachen, die sie ans Pferd bammeln können. An allem anderen meist schon.

Kein Ponyreiten mehr.
Ponyreiten erfordert Ponies, Kinder, die das gern möchten, und Eltern, die nicht sagen: „Och da fahren wir mal zu Onkel Peter, der hat Ponies, da kannste mal ne Runde drauf drehen“. Und eine Menge Zeit.
Ponies erfordern Ausrüstung, Futter, Einstreu, Hufpflege und den Tierarzt, auch wenn es sich nur um Impfen und Wurmkuren handelt.
Wenn man nicht Geld im Überfluß hat, müssen die Ponies ihren Beitrag leisten, um tragbar zu bleiben. Das heißt, es ist eine bestimmte Mindestanzahl an Ponyreitstunden erforderlich, damit die Ponies sich rechnen. (Ein grässlicher Ausdruck … aber ein K.O.-Kriterium …)
Da hier aber die meisten anscheinend entweder einen Onkel Peter mit reichlich Ponies haben oder gar selbst eines hinter dem Haus, ist das Ponyreiten ein reines Zuschussgeschäft, das überdies Unmengen von Zeit verschlingt, die an unseren Pferden dann anschließend fehlt.
Merke: Eltern reitinteressierter Kinder sparen oft an allem, was mit guter reiterlicher Ausbildung zu tun hat. Dafür wissen sie dann alles viel besser.

Keine Ferienkinder (mehr).
Die Resonanz auf das Ferienangebot war jetzt so gewaltig nicht, dass es sich lohnen würde, darüber noch weiter nachzudenken. Ohne Ponies kein Ponyreiten, ohne Ponyreiten keine Ferienkinder. Und da inzwischen beide Erziehungsbeauftragte hier in Lohn und Brot stehen, um das Projekt Ostfriesland überhaupt noch finanzieren zu können, fehlt irgendwie auch die Zeit dafür, „Fremdkinder“ zu betüddeln. Die eigenen Sprösslinge sind mittlerweile wohl alt genug, sich über die Ferien selbst zu beschäftigen, aber noch nicht alt genug, um Aufsichtspflichten übernehmen zu können.

Keine Ferienwohnung (vorerst).
Nachdem Hof und vor allem Haus in einem wesentlich schlechteren Zustand waren als wir erwartet hatten, sind diese Planungen eigentlich von Anfang an auf der Strecke geblieben. Was die erste notdürftige und absolut erforderliche Sanierung nicht verschlungen hat, haben Versicherungen, Berufsgenossenschaften, Behörden und Anwält/Notare aufgebraucht. Jedenfalls weitestgehend.


Da bleiben also nur noch wir und unsere Pferde übrig.
Zu finden in: Einfahrt und Parkplatz

Utn Peerstall

Das sind keine Haflinger!

gerade im Stall:

Du bist nicht angemeldet.

Stallordnung

Alle Einträge von cu ruadh sind extrem subjektiv und aus persönlichem Erleben entstanden. Anmerkungen und Kommentare sind erwünscht, allerdings bitte ich um einen höflichen und freundlichen Umgangston. Kurz gesagt: Wer pöbelt, suche sich einen anderen Stall!

Besucher im Peerstall:


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