Donnerstag, 1. Juli 2010

Zur Bundespräsidentenwahl

Nun ist es also Herr Wulff, der nach vielem Hin und Her zum Bundespräsidenten gewählt wurde. Hmmja. Glückwunsch. Wenngleich er meine Wahl nicht gewesen wäre.

Warum nicht?

Weil ich meine, ein Bundespräsident muß un- bzw. überparteilich sein. Das beinhaltet für mich auch, dass er dann keiner Partei angehören kann. Es ist in vergangener Zeit auch nicht immer so gewesen, dass der Bundespräsident parteilos war, ich weiß. Vielleicht sehen wir heute die Politiker von früher auch mit diesem verklärenden Blick auf die Vergangenheit, aber ich denke, sie waren integrer und mehr im Interesse des Landes und der Bürger tätig als die heutigen Politiker es sind. Die Prämisse heute scheint Machterhalt unter allen Umständen zu sein.

Bedauerlich. Insbesondere für uns Bürger.
Zu finden in: Reiterstübchen

Mörder!

In unserem Stall wohnt ein Monster …

Vor drei Wochen hat es sich nachts eines von den kleinen Hühnchen geholt. Im Gegenzug haben wir das Hühnerhaus komplett untenherum abgedichtet, so dass nichts mehr von außen einsteigen kann. Von da ab war Ruhe im Hühnerhaus.

Daraufhin ist das Monster in den Stall umgezogen. Man hört es gelegentlich unter dem Dach rumoren, mir völlig unverständlich, denn da muß es zur Zeit doch sehr heiß sein. Wie auch immer … heute Nacht hat es ein Loch in die Decke gerissen und vier kleine Schwalben geholt. Nächste Woche wären sie flügge gewesen. Schluchz.
Zu finden in: Stall und Weide

Freitag, 25. Juni 2010

Freitag!

Der erste Mensch, der mir heute im Büro begegnete, war mein Chef mit seiner Kaffeetasse. Er hielt mir die Tür auf, strahlte über das ganze Gesicht und sagte: „Ist das nicht ein schöner Tag? Es ist Freitag, die Sonne scheint, und Italien ist raus!“

Genau.
Zu finden in: Reiterstübchen

Donnerstag, 17. Juni 2010

Tage wie dieser

Es gibt Tage, die sind wie frischer Weißer Nougat auf der Zunge. Oder eine besonders köstliche Tasse Tee/Kaffee/Cappuccino.

Solche Tage beginnen mit Sonnenstrahlen und blauem Himmel, die durch die Jalousien lugen, einer liebevollen Umarmung und Zusammenkuscheln vor dem Aufstehen und Kindern ohne Streit beim Frühstück. Der morgendliche Hundespaziergang ist frei von vorbeifahrenden Autos und/oder Fahrrädern, dafür aber angereichert mit Sonne und lauem Wind.

Sie gehen weiter mit Kollegen im Büro, die glücklich sind, weil man ihnen helfen konnte oder weil sie wenigstens jemanden erreicht haben. Die Arbeit geht leicht von der Hand, Dinge werden fertig oder neue Projekte angefangen (was mir persönlich schon immer besser gefallen hat), und eh man sich versieht, ist Feierabend.

Diese Tage klingen aus mit Tätigkeiten rund um Haus und Hof, auf die man sich freut – ein bisschen Gartenarbeit vielleicht, ein neues Blumenbeet anlegen, längst fälliges Unkraut entfernen, um dann hinterher mit Stolz darauf zu sehen und sich sagen zu können, das alles habe ich heute gemacht. Oder ein bisschen Arbeit mit den Pferden, sich an deren Bewegungen erfreuen und ihrer entspannten Gelöstheit hinterher. Nichts Aufgeregtes, nichts Anstrengendes findet statt, auch die Kinder sind freundlich und zufrieden und zanken nicht mehr als unbedingt nötig. Und am Ende solcher Tage wird einem vielleicht noch unverhofft das Versprechen immerwährender Liebe zuteil, glaubhaft und innig vorgetragen.

So einen Tag hatte ich gestern …
Zu finden in: Reiterstübchen

Dienstag, 1. Juni 2010

Nächste Runde

Es war wieder ein Schreiben vom Anwalt in der Post. Die Gegenseite bemüht sich krampfhaft, nachträglich eine fristlose Kündigung zu konstruieren – angeblich habe ich zwei Pferde, die bei uns eingestellt waren, unzureichend versorgt. Eine wirklich beliebte Geschichte, um vorzeitig aus Pferde-Einstellverträgen zu kommen. Und es werden Zeugen über Zeugen benannt, nicht mehr die aus der ersten Klageschrift, sondern neue, andere, die bedauerlicherweise genauso wenig dazu sagen können wie die zuvor benannten …

Und nachdem ich die armen Pferde fast habe verhungern lassen, habe ich sie auch noch eingesperrt und der Besitzerin die Herausgabe verweigert. Mit Polizeigewalt musste sie ihre Pferde befreien, die Arme!

Wie kann man mir so etwas unterstellen?
Wie kann man so dreist Lügen verbreiten?

Mit der Wahrheit hat die junge Dame es anscheinend die ganze Zeit nicht so genau genommen. Die Pferde, die sie noch bei uns einstellen wollte, existieren gar nicht, ebenso wenig wie das Heu, das sie uns verkaufen wollte. Sie hat sich als Reit- und Fahrlehrerin ausgegeben, was sie nachprüfbar nicht ist, und einen Reitverein genannt, bei dem sie Unterricht gegeben haben wollte, wo man sie gar nicht kennt.

Und jetzt soll ich ihren Anwalt zahlen? Und gleichzeitig auf meinen Kosten, die ich ihret- bzw. ihrer angeblichen Pferde wegen hatte, sitzen bleiben? Von den entgangenen Einnahmen aus dem letzten Winter und denen, die wir wegen der abenteuerlichen Lügengeschichten, die sie überall rumerzählt, nicht haben werden, will ich gar nicht erst reden.

Ich bin über alle Maßen frustriert. Verärgert. Enttäuscht. Tief getroffen. Verletzt.

Das ist nicht fair.
Zu finden in: Reiterstübchen

Montag, 17. Mai 2010

Nie wieder

… wird sie mich anrufen, um sich zu beklagen, dass man von uns ja nie was hört.
… wird sie mir vorwerfen, dass die Renovierungsarbeiten an Hof und Haus nicht schnell genug voranschreiten.
… wird sie sich ärgern, dass sie nicht zwanzig Jahre jünger ist, damit sie bei uns noch mal so richtig wirbeln könne.
… wird sie uns ihre wunderbaren Kekse schicken.
… wird sie die Kinder mit Pullover, T-Shirts, Socken und Kuscheltieren beschenken.

Vor 12 Tagen verstarb Mama im Alter von 82 Jahren.

Ich würde gern sagen, überraschend und unerwartet. Aber es war nicht überraschend, denn sie war schon lange nicht mehr gesund; und seit Ende letzten Jahres ging es ihr so wenig gut, dass sie sich ein Ende wünschte. Es war somit auch nicht wirklich unerwartet.

Aber wie kann man sich vorbereiten auf das Ableben eines nahe stehenden Menschen?

Obschon … sehr nahe standen wir uns nicht. Über vieles waren wir sehr unterschiedlicher Auffassung, was manches Mal zu heftigen Debatten Anlaß gab. Und ihr rasch zunehmendes Unvermögen, die Dinge so zu erledigen, wie sie wollte, machte sie unwirsch und oft schwer zu ertragen. Und doch hat es mich sehr getroffen.

Ein Mensch, der Zeit meines Lebens dagewesen ist, ist nun nicht mehr. Es bleibt ein eigenartiges, leeres, verlassenes Gefühl.

Wir trösten uns damit, daß es für sie so besser war, ihrem Wunsch entsprach. Sie hat sehr gelitten, hat oft starke Schmerzen gehabt, wollte zum Schluß auch nicht mehr weiter.

Wir, die wir zurückbleiben, müssen damit leben lernen, dass einer von uns nun fehlt.
Zu finden in: Privat!

Dienstag, 20. April 2010

Willkommen in Ostfriesland!

Was bisher geschah:

Vor etwa zwei Jahren haben wir unsere Zelte im Großraum Hannover abgebrochen und sind mit Kindern, Hunden, Pferden und dem gesamten Hausstand an die Nordseeküste gezogen, wo wir ein Anwesen mit wechselhafter Geschichte erworben haben. Geplant war, aus dem ehemaligen Reithof einen Pferdeeinstellbetrieb zu machen, Ponyreiten und Reitunterricht anzubieten, Ferienreitkinder aufzunehmen, ein oder zwei Ferienwohnungen auszubauen und irgendwann später mal vielleicht ein bisschen Pferde zu züchten; und dazu hatten wir die Hilfe „unseres“ Hausverkäufers zugesagt bekommen.

Natürlich kam alles ganz anders.
Es läuft nie so wie geplant.

Der ehemalige Reithof ist ein ehemaliges Ponygestüt, das ein ehemaliger Gasthof war, der ehemals ein Elektrogeschäft war, das vorher ein Köbmand war – und alle diese Verwendungen haben ihre Spuren hinterlassen, die wir Stück für Stück auffinden und abarbeiten. Die Gebäude selbst sind alle in einem wesentlich weniger guten Zustand, als es zunächst den Anschein hatte, was eine Menge ungeplanter Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten erfordert hat. Die zugesagte Hilfe hat uns einen Haufen Geld gekostet, der eigentlich für den Einbau der Ferienwohnungen vorgesehen war, aber nichts außer Ärger eingebracht. Und da jeder Hansel hier sein Pferd im Gärtlein hinter dem Haus stehen hat und selbst die kleinen Mädchen schon nach den großen Pferden schielen, statt erst einmal mit Ponies anzufangen und die „Reitlehrer“ hier zwar einen Haufen Geld pro Stunde verlangen, aber allerlangweiligsten Unterricht bieten, sind auch die anderen Vorhaben nicht so angelaufen wie vorgesehen. Wir haben eine Reihe von Einstellern kommen und auch wieder gehen sehen – von manchen hätten wir uns schon viel schneller trennen sollen –, es gab auch schon die eine oder andere „Reitlehrerin“, die sich bei uns nicht eben beliebt gemacht hat, und wir haben inzwischen Reitkinder gehabt mit Müttern dazu, die von ganz abenteuerlichen Gedanken beseelt waren.

Nun – entgegenlautenden Gerüchten sind wir noch immer hier, und wir haben vor, hier zu bleiben. Zwar sind die hiesigen Ureinwohner hauptsächlich fremdenfreundlich, wenn sie erwarten, dass man nach spätestens drei Wochen Urlaub wieder abreist, aber wir mögen das flache Land, das nahe Meer und den vielen Platz um uns herum.

Mal sehen, wie es weitergeht.
Zu finden in: Einfahrt und Parkplatz

Ein Wort vorweg

Ich schreibe hier von den Dingen und Erlebnissen, wie sie sich zugetragen haben und zugetragen haben werden. Dabei handelt es sich um meine ganz persönliche Ansicht und Meinung.

Es ist nicht meine Absicht, jemanden zu beleidigen oder zu diffamieren. Sollte sich ein Einwohner Ostfrieslands also angegriffen fühlen, bitte ich um Entschuldigung. Ihr seid gern jederzeit auf einen Kaffee/Tee/Streuselkuchen/Bier/Wein/Köm/sonst welche alkoholischen oder nicht alkoholischen Getränke eingeladen, um mich davon zu überzeugen, dass es auch andere Menschen hier gibt als ich sie bislang kennengelernt habe. Schreibt mir doch einfach eine eMail.
Zu finden in: Einfahrt und Parkplatz

Utn Peerstall

Das sind keine Haflinger!

gerade im Stall:

Du bist nicht angemeldet.

Stallordnung

Alle Einträge von cu ruadh sind extrem subjektiv und aus persönlichem Erleben entstanden. Anmerkungen und Kommentare sind erwünscht, allerdings bitte ich um einen höflichen und freundlichen Umgangston. Kurz gesagt: Wer pöbelt, suche sich einen anderen Stall!

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