Reiterstübchen
05:50
Der Radiowecker geht an. Noch ist Zeit, also noch mal in die Decken kuscheln. Der Herr Hund schüttelt den Kopf, daß die Retriever-Ohren auf den Boden klatschen. Immer wieder. Grummeln, sich an den Schatz schmiegen, in den Arm genommen werden. Hach.
06:20
“Schatz, wir müßten dann mal langsam aufstehen ...“ Brummen. In beide Arme genommen werden, liebevoller Austausch von Zärtlichkeiten. Hach.
06:45
“Wir müßten dann jetzt mal wirklich aufstehen …“ Hatte ich das nicht schon vor einer Weile gesagt? Hm. Aus dem Bett rollen, Morgenprogramm starten, Medikation von Zotti noch irgendwie dazwischen schieben. Schön draußen, angenehm warm und sonnig. Jedenfalls, so lange man nicht nach Südwest schaut.
07:35
Sohn (versetzt) kommt gähnend die Treppe runter, brummt ein paar Höflichkeiten. Hilfsbereites Kind, schnappt sich zwei Katzenfutter-Teller und geht mit, die Stubentiger füttern.
08:05
“Wir müßten dann jetzt mal los … " Was, schon so spät? Sohn noch eben ein paar Anweisungen für den Tag hinterlassen, Zeug geschnappt. Schatz holt eben das Lieferwägelchen. Tor abschließen, dabei Tochterkind (nicht versetzt) ins Wohnzimmer schleichen sehen. Fernseher geht an. Grummel.
09:50
Handy klingelt mitten in Büro-Besprechung. Sohn: “Kann ich heute zu Kumpel oder kann Kumpel zu uns kommen?“ Erklären, daß Kumpel bestenfalls zu uns kommen kann, weil heute Großfahrtag ist – Schatz abholen, nach Auerk fahren, einkaufen, Besuch von Schatz beim Optiker, spät nach Hause kommen.
10:35
Handy klingelt mitten in (nächste) Büro-Besprechung Teil. Tochterkind: “Kann ich heute zu Freundin oder Freundin zu uns?“ Erklären, daß Freundin bestenfalls zu uns kommen kann, für Begründung Sohn fragen. Kollegen grinsen sich eins. Allgemeine Beschwerde von Tochterkind ob unwirscher Behandlung und daß Sohn ihr sowieso nie was sagt. Ob sie mit Freundin ausreiten dürfe (nein, da Sattelkammer abgeschlossen) oder wenigstens auf dem Reitplatz … (nein, da … siehe oben.) Das sei ja langweilig und ich so was von unsozial.
Sechs Wochen.
Und das ist erst der erste Tag.
cu ruadh - 7. Jul, 13:45
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Wahrscheinlich denkst Du jetzt an Dinge wie: Sonnenschein. Strahlendblauer Himmel. Abende draußen auf der Terrasse. Grillen. Barfuß laufen. Leichte Bekleidung. Eis.
Ich merke es an den immer länger werdenden Rubriken im Wochenendblättchen – „Kätzchen zu verschenken“ und „Hund umständehalber abzugeben“. Denn jetzt ist die Zeit, wo die Maikätzchen alt genug sind, von Mama getrennt zu werden. Und hier in Ostfriesland wird wenig kastriert. Wozu auch? Kostet ja nur Geld. Und wenn man die Kätzchen nicht verschenken kann, packt man sie in einen Karton und stellt sie irgendwo hin. Wird sich schon jemand finden, der sie mitnimmt. Und wenn nicht … sind ja nur Kätzchen. In drei Monaten gibt es neue.
Bei Hunden ist es hier wenig anders als überall sonst – zu Weihnachten mußte es unbedingt ein Hund sein, jetzt, zu den Ferien, ist die Schnuppernase dann plötzlich überflüssig. Lästig geradezu. Wo doch Oma gleich gesagt hat, sie werde sich nicht um die Töle kümmern, wenn Urlaub ist. Ganz besonders merkwürdig finde ich Leute, die sich einen Welpen kaufen und ihn nach einem Dreivierteljahr wieder loswerden wollen, weil er „ja so groß“ geworden ist. Ja, was erwartet Ihr denn eigentlich, wenn der Welpe schon größer ist als ein ausgewachsener Jack Russel?
Es macht mich traurig zu sehen, wie leichtfertig, wie gedankenlos mit dem Leben derer umgegangen wird, die uns anvertraut sind. Traurig und wütend. Es sind nur Hunde und Katzen, nur Sachen vor dem Gesetz, ohne Lobby und ohne die Möglichkeit, nachdrücklich auf ihre Bedürfnisse zu verweisen. Da frage ich mich schon, was als nächstes kommt.
cu ruadh - 29. Jun, 09:12
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Lange mußte ich nicht warten …
Schatz (gestern) : „Wir könnten doch heute eigentlich Pizza essen, oder?“
Cu: „Nö.“
Schatz: „Warum, fehlen Zutaten?
Cu: „Nö. Ich darf nicht backen, weil der Backofen zu viel Strom verbraucht.“
Schatz: „- - - ! (überlegt kurz) Haben wir noch Pommes?“
Cu: „Haben wir.“
Schatz: „Wie wäre es dann mit Currywurst und Pommes?“
Cu: „Dann müßte ich ja die Fritteuse anmachen. Das geht nicht, weil die auch zu viel Strom …“
Das war der Moment, als ich fluchtartig die Küche verließ.
cu ruadh - 22. Jun, 13:24
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„Ich habe“, sagte der Schatz am Wochenende, „jetzt die Stromfresser identifiziert: Die Fritteuse ist es und vor allem der Backofen! Anderthalb Kilowatt die Stunde zieht der weg!“
Aha. Und das heißt? Keine Brote, Brötchen, Braten, Kuchen und Kekse mehr? Flugs bekam ich vorgerechnet, was das Material für ein Weißbrot kostet und was dann noch an Stromkosten dazukommt. Da kann man auch das Toast von Feinkost-Albrecht nehmen, das kommt günstiger.
Tja. Und das heißt? Keine Brote, Brötchen, Braten, Kuchen und Kekse mehr? Man könne es ja noch mal mit so einem Brotbackautomaten versuchen, schlug der Schatz vor. Der verbraucht bestimmt weniger. Und nach dem letzten unrühmlichen Versuch mit so einem Ding habe ich flugs vorgerechnet, wie wenig sinnvoll die Anschaffung eines Automaten, eine Versuchsreihe mit anschließender Entsorgung der Ergebnisse und folgendem Besuch beim örtlichen Bäcker ist.
Ich schätze, ich sitze das einfach aus. Irgendwann fragt der Schatz nach Kuchen.
cu ruadh - 14. Jun, 13:57
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Irgendwie habe ich den größten Teil meines Lebens ja schon gut behütet verbracht. Ich hatte lange nichts mit Streitigkeiten bis vors Gericht, Verleumdung, übler Nachrede oder Schlägereien zu tun oder Stalking, das man früher mal Terrorisieren oder Nachstellen nannte. Davon hatte man bestenfalls gehört, kannte jemanden, der einen kannte, dem so was schon mal zugestoßen war.
Heutigen Tags scheint das immer mehr gängige Praxis zu werden. Wenn irgendetwas nicht paßt, wenn jemand etwas von sich gibt, was nicht gefällt, wenn jemand sich verhält, wie es nicht gefällt, kommt er ins Gerede. Nicht mehr persönlich, das ließe sich vielleicht noch zurückverfolgen; heute geht das ganz bequem online, per SMS, über Twitter. Da läßt man sich in dem einen oder anderen Forum aus, verschickt ein paar Tweets, stellt ein paar Fotos irgendwo ein, kommentiert irgendetwas – und schon ist es getan.
Und das Netz vergißt nichts.
Fama hat eine neue Burg gefunden.
cu ruadh - 10. Jun, 13:42
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An Tagen wie heute vergesse ich fast, daß ich jetzt hier lebe ...
Sonnenschein. Hellblauer Himmel. Zarte Federwölkchen. Kaum Wind. Temperaturen um die 20 Grad. Es ist einfach traumhaft. Hier, wo andere Urlaub machen, bin ich zu Hause.
cu ruadh - 7. Jun, 16:58
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Einer Studie zufolge sollen fünf Tassen Kaffee täglich vor Alzheimer schützen. Wobei keine Auskunft gegeben wird, ob sie den Männerkaffee des hiesigen Arbeitgebers damit meinen oder „richtigen“ Kaffee.
In jedem Fall kann man davon zittrige Finger bekommen. Womöglich tauscht man also Alzheimer gegen koffeininduzierten Parkinson.
cu ruadh - 31. Mai, 12:54
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Pünktlich Gründonnerstag gegen Fünf war die neue Heizanlage eingebaut. Fast, jedenfalls. Ein übermotiviert eingesteckter Kontakt hat bedauerlicherweise für den Komplettverlust der Steuerungselektronik für die Solaranlage gesorgt und ein Verweilen des Montage-Teams bis Sonnenuntergang.
Ostersamstag kam die neue Steuerung, Ostermontag versagte die Pumpe ihren Dienst, Dienstag wurde sie in Ordnung gebracht, und seit Mittwochabend hockt der Schatz allabendlich im Keller und versucht ihn a. trockenzulegen, b. herauszufinden, wo überall das Wasser eindringt und c. die diversen Löcher abzudichten. Denn nachdem die Tanks und das umgebende Mäuerchen entfernt wurden, wird erst richtig offenbar, was für ein Drecksloch wir uns da haben aufschwatzen lassen.
Ich war ja von vornherein dafür, die neue Heizung oben einzubauen und den Keller ein für alle Mal zuzuschütten.
cu ruadh - 29. Apr, 13:48
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Nach nur 15 Monaten haben wir endlich ein Urteil.
„… für Recht erkannt:
1.) Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger (= uns, Anm.d.Verf.) xxxx,xx € nebst 5% Zinsen über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem xx.xx.2009 zu zahlen.
2.) Die Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits.
… “
Die Berufungsfrist endet am 18. April.
Und ich bin schon so gespannt, ob sie es wohl noch weitertreiben will.
cu ruadh - 5. Apr, 12:21
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- Gartenarbeit ist viel schöner, wenn es warm und sonnig ist.
- Noch viel schöner ist es, mit einem schnurrenden Katzenvieh auf dem Bein und einer Tasse Kaffee in der Sonne zu sitzen.
- Die Grill-Saison ist eröffnet.
- Selbstgemachte Nudeln schmecken auch nach Einfrieren und Auftauen erstklassig.
- Ich brauche eine Nudelmaschine!
- Wochenenden sind irgendwie immer zu kurz.
cu ruadh - 4. Apr, 14:40
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