Samstag, 9. März 2013

Cappuccino reloaded

"Was wollen wir denn eigentlich am Freitag machen?" fragte der Schatz gut gelaunt zu Wochenbeginn.

Glücklicherweise war er am Telefon und bekam meinen verständnisarmen Blick nicht mit. "Äh ... Freitag?" Nach einem Blick auf den Kalender dämmerte es mir - Cappuccino-Tag. (Warum kann der Mann sich solche Daten eigentlich merken?'?)

Nun sind wir hier in Ostfriesland. Da gibt es Teestuben, Kaffeestuben und Kakaostuben. Und italienische Restaurants, in denen man wahrscheinlich einen Cappuccino bekommen könnte. Aber nicht vormittags um 11. Kurz, wir fanden nichts in der Nähe - und Hannover, Bremen, Bremerhaven oder Hamburg waren uns dann doch einfach zu weit weg.

"Aber wir haben doch", sagte der Schatz, "die Kaffeemaschine, die konnte doch auch mal Cappuccino ...?"

Kann sie auch immer noch. Aber ohne brauchbaren Espresso als Basis schmeckt der einfach nicht! Und den haben wir bislang noch nicht gefunden.

Wenn Du also einen richtig guten Espresso weißt, wäre ich für eine Probe dankbar, gleich ob gemahlen oder in Bohnen-Form. Mail mir einfach, dann schicke ich Dir gern Probetütchen und adressierten und frankierten Umschlag zu. Ich bin diese Rest-Tüten, die hin und her geschoben werden - "Schatz, möchtest Du einen Cappu?" - "Aus der Maschine? Och nöö ..." - nämlich langsam leid.
Zu finden in: Reiterstübchen

Freitag, 22. Februar 2013

Unaware

Futtermitteleinkauf beim favorisierten Landhandel. Der diensthabende Mitarbeiter schaut auf meine Kreditkarte und grinst:

„Kein Wunder, daß wir Dich nicht im Telefonbuch gefunden haben, Du heißt ja gar nicht Nanninga.“

Der Schatz und ich schauen gleichermaßen dumm-fragend aus der Wäsche. Der Diensthabende klärt uns auf, daß vorangegangene Woche jemand eine Karte im Kartenleser stecken gelassen hat, sie die Besitzerin verständigen wollten und sich einig waren, es sei die rothaarige Frau im langen Mantel gewesen.

„Stimmt doch, ihr wohnt doch da auf dem Hof, den Johann früher hatte“, sagt der Diensthabende eifrig, „und ihr habt doch auch die Kaltblüter, oder?“

An so einer Stelle des Gespräches bekomme ich gewöhnlich Verfolgungswahn, verabschiede mich ebenso freundlich wie eilig und versuche, zu Hause mein inneres Gleichgewicht wiederzufinden. Denn ich habe mich nie für jemanden gehalten, den man sich merkt. Wollte ich auch nie sein. Ein guter Freund hat sich vor einer langen Weile schon mal darüber amüsiert; unawareness nannte er es.

„Du schwatzt zu viel mit den Leuten“, sagt der Schatz hingegen.

Ah. Aber in der Tierarztpraxis weiß man auch schon aufgrund des Namens, daß man einen Tierarzt nach Dorf Vier schicken muß ...
Zu finden in: Reiterstübchen

Dienstag, 19. Februar 2013

Pegasus XXL

Hengsti ist bei uns, seit er ein halbes Jahr alt ist. Seine erste Großtat war, sich angesichts der ansehnlichen Mädels auf der Nachbarweide auf den Weg zu machen, durch den Zaun, in den Graben, um nicht allein herumzustehen. Eigentlich sollte Strom auf dem Zaun sein, und ich befürchtete, der Kleine bekäme jeden Augenblick eine volle Ladung durch die Knochen gejagt; doch nichts passierte. Nachdem er aus dem Zaun geknotet war, machten wir uns auf die Suche nach dem kaputten Zaunstück.

Inzwischen ist Hengsti bald vier und dabei zu lernen, was so ein Pferdekerl alles können soll; und so waren wir in der Reithalle, wo das Tochterkind ein doppeltes Hindernis abzuräumen vergessen hatte. Das fand Hengsti spannend! Zunächst mal wurde das Hindernis genau untersucht, beschnuppert, angenagt und drübergestiegen.

Als nächste - Pylonen! Tolles Spielzeug! Man kann sie umkippen, die Nase reinstecken, in den Rand beißen und sie herumwerfen. Einfach klasse.

Und dann warf sich Hengsti herum und galoppierte an - traumhafte Bewegungen für so einen staksigen Kerl - durch die ganze Bahn auf das Hindernis zu.

Und während ich ihn schon mitsamt Stangen, Ständern, Pylonen und gebrochenen Knochen in der Halle liegen sah und im Geist Tierarzt und Abdecker bestellte, entfaltete der Kaltblut-Pegasus seine Flügel und flog elegant über das Hindernis.

Hengsti kann fliegen.
Zu finden in: Stall und Weide

Donnerstag, 14. Februar 2013

Lieber Valentin ...

Eine SMS vom Tochterkind zum Feierabend:

"Wo doch heute der Tag der Liebe ist und Dein Zahnarzttermin ausfällt, bringst Du uns was Leckeres mit? Bitte!"
Zu finden in: Reiterstübchen

Donnerstag, 31. Januar 2013

Ferienspaß

... oder was man so Ferien nennt - zwei Tage nach den Halbjahreszeugnissen, um was zu tun?

Der Peerstall-Nachwuchs hängt ab. Schläft lange, schaut fern, spielt am Computer rum, verwüstet die Küche und verbraucht gnadenlos Vorräte aller Art.

Sie haben meine Backbücher entdeckt, Langeweile, Hunger auf Süßes und kein Taschengeld mehr.

O je.
Zu finden in: Reiterstübchen

Dienstag, 29. Januar 2013

Blue Mohn Rising

„Ich mag doch so sehr Mohnkuchen“, sagte der Schatz, „magst Du nicht mal einen backen?“

„Hab ich noch nie gemacht. Und ein Rezept habe ich auch nicht.“

„Aber ich“, sagte der Schatz fröhlich und schob den iBlock rüber. „Und ich hab auch schon eingekauft.“

Mohnkuchen also. Mit Quark-Öl-Teig. Die Kommentare zum Rezept hatten gewarnt, aber ich wollte es nicht glauben, wie klebrig das Zeug wirklich war. Der Teig klebte an der Rührschüssel, am Knethaken, am Schaber, an der Tischplatte, an den Fingern, am Wasserhahn. Eigentlich sollte er ausgerollt werden, doch das erwies sich als unmöglich. Und das Einzige, woran das Zeug überhaupt nicht kleben wollte, war die Silikon-Springform.

Die nächste Herausforderung: Der Belag. Blaumohn wird mit diversen Zutaten und mehreren Tassen Wasser aufgekocht. Leider ließ sich weder das Rezept noch irgendein Kommentar über die Größe der Tassen aus, was zu einer ziemlich flüssigen Masse führte. Recht lange kochen half ein wenig, aber überzeugt war ich nicht recht.

Zu guter Letzt wünschte der Schatz Streuselbelag, also mußte noch irgendwie eine Ladung Streusel erfunden werden, die in den Kommentaren wohl als möglich erwähnt, aber nicht als Rezept erfaßt worden waren. Machbar. Alles in die Silikonform geschichtet, ab in den Ofen, warten und hoffen.

„Gut“, sagte der Schatz zwischen zwei Happen, „nur der Boden ist ein bißchen … äh … zäh.“

Na ja. Zäh, soso. Eine Hälfte hat bis zum nächsten Tag überlebt und gut durchgezogen, das hat den Kuchen entscheidend vorwärts gebracht, hätten wir gleich so machen sollen. Nächstes Mal.

Und ich hatte ganz vergessen, was für ein herrlich kariöses Lächeln einem so ein Mohnkuchen beschert.
Zu finden in: Reiterstübchen

Mittwoch, 16. Januar 2013

Dat sinn Kreppes!

Das Weihnachtsdorf auf der Weihnachtsfeier der Firma weiß alljährlich mit kulinarischen Köstlichkeiten aufzuweisen. Mein persönliches Highlight dieses Mal war der mißvergnügt dreinschauende Bursche, der mit elegantem Schwung aus dem Handgelenk köstliche Crêpes zauberte. Das wollte ich auch und tat das entsprechend kund - und tatsächlich gab es zu Weihnachten das gewünschte elektrische Gerät. Yes!

Das Peerstall-Personal reagierte indes wenig begeistert, als die Maschine zwischen den Jahren auch zum Einsatz kam. Erkenntnis Nr. 1: Der elegante Schwung ist Ergebnis vieler vieler vieler Crêpe-Sitzungen. Erkenntnis Nr. 2: Wenn du sie wie Pfannkuchen stapelst, bis alle fertig sind, schmecken sie auch wie Pfannkuchen.

Erkenntnis Nr. 2 sorgte für hängende Schultern, als die Maschine diese Woche wieder ausgepackt wurde. Erkenntnis Nr. 3: Sie gehen noch viel dünner. Erkenntnis Nr. 4: Gleich nach dem Umdrehen mit Füllung bestrichen, sind sie so köstlich, daß das Peerstall-Personal sie einem aus den Händen reißt.

Machen wir wieder!
Zu finden in: Reiterstübchen

Dienstag, 15. Januar 2013

Same procedure as last year

Sonntag Nachmittag hat der Winter Einzug gehalten in Ostfriesland. (Sic: Wir hier in Ostfriesland haben keinen Winter!) Ganz überraschend übrigens, nachdem das Jahr mit Temperaturen im knapp zweistelligen Bereich anfing und ich schon bei meinem favorisierten Sämereien-Dealer auf der website zu stöbern begonnen hatte ...

Richtig Winter. Mit Schnee, Bäumen wie Scherenschnitte und diesem unglaublichen Himmelsblau am Morgen, das nur ein kalter, schneeiger Wintermorgen zustande bringt. Und dem Schatz, der früh in der Waschküche steht und mit anklagendem Beben in der Stimme verkündet:

"Die Tränken sind eingefroren!"

Das hatten wir letzten Winter schon, Schatz. Darum haben wir die Rohrheizungs-Teststrecke in Betrieb genommen. Und im Winter davor. Darum haben wir die Teststrecke überhaupt erst angelegt.

Und vielleicht, ganz vielleicht erlebe ich es auch noch, daß die ganze Anlage mal fertig ist, funktioniert und ich den Satz höre: "Okay, wir hatten zwölf Grad minus, aber im Stall ist alles in Ordnung, die Tränken laufen!"
Zu finden in: Stall und Weide

Utn Peerstall

Das sind keine Haflinger!

gerade im Stall:

Du bist nicht angemeldet.

Stallordnung

Alle Einträge von cu ruadh sind extrem subjektiv und aus persönlichem Erleben entstanden. Anmerkungen und Kommentare sind erwünscht, allerdings bitte ich um einen höflichen und freundlichen Umgangston. Kurz gesagt: Wer pöbelt, suche sich einen anderen Stall!

Besucher im Peerstall:


Aus der Hexenküche
Büroalltag
Einfahrt und Parkplatz
Land und Leute
Privat!
Reiterstübchen
Stall und Weide
Über die Weiden geschaut
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren