Gestern war es soweit – das von Rain angepriesene Rezept für Maultaschensuppe wurde am Stallpersonal ausprobiert. Das Resultat: 75% des Personals waren be-gei-stert und fischten noch sehnsüchtig im Topf herum, als er schon längst leer war. Einzig das Tochterkind beäugte bereits das Zwischenstadium voller Mißtrauen und fand die fertigen Maultaschen überhaupt völlig widerwärtig, mal gar nicht zu reden von der Suppe. Puddingvegetarier …
Das Stallpersonal (jedenfalls der überwiegende Teil) bedankt sich für dieses großartige Rezept und wird es der Hexenküchenrezeptesammlung hinzufügen. Die haben wir sicher nicht zum letzten Mal gegessen :-)
(Und als nächstes probieren der Hexenbub und ich Maultaschen selbstgemacht. Wir sind schon sehr gespannt.)
cu ruadh - 16. Feb, 12:38
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Aus der Hexenküche
Seitdem sie katholiziert wurden, machen sie ja alles mit dem Lieben Gott, die Iren. Wie das bei Dir aussieht, weiß ich natürlich nicht, aber hier ist er für Deine Liebste und Dich, der
Irische Hochzeitssegen
In Eurer Ehe möge es keinen Tag geben, an dem ihr sagen müsst
damals haben wir uns geliebt, heute ist die Liebe gestorben.
Keinen Tag, an dem Ihr sagt:
wir haben keine Freunde, die uns verstehen,
die mit uns sprechen, die uns zuhören,
die uns helfen, die mit uns leiden, die sich mit uns freuen.
Keinen Tag an dem Ihr sagt: ich bin allein, du bist mir fremd!
Ihr möget einander Gutes tun, einander trösten und verzeihen.
Eure Liebe bleibe phantasievoll und lebendig,
und eure Sehnsüchte mögen sich erfüllen.
Die Tür Eurer Wohnung möge offen sein für Menschen,
die Euch wichtig sind und denen Ihr wichtig seid.
Die Rat geben und denen Ihr raten könnt.
Eure Ehe bleibe spannend und Ihr möget alle Spannungen aushalten.
Eure Ehe bleibe glücklich indem Ihr Eurer Treue traut.
Euch in der Treue Gottes aufgehoben wisst.
Dann wird für Euch und für andere
Eure Ehe ein Zeichen der Hoffnung und des Mutes.
Gottes Liebe möge in Eurer Liebe greifbar und spürbar werden,
denn Gott will in uns sichtbar werden.
cu ruadh - 15. Feb, 15:31
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Über die Weiden geschaut
„Vergib mir – ich habe Schuld auf mich geladen.“
Es gibt Zeiten, da beneide ich die strenggläubigen Katholiken schon irgendwie. Nicht unbedingt um alles, aber dieses Verfahren mit der Beichte ist schon toll. Du gehst hin, redest dir von der Seele, was du meinst auf dich geladen zu haben, bekommst dafür etwas als Buße aufgetragen, und wenn das getan ist, ist es erledigt, und du bist wieder frei von allem. Wenn man denn dran glaubt.
Wie wunderbar einfach das doch wäre.
cu ruadh - 11. Feb, 11:50
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Über die Weiden geschaut
Es gibt Dinge, die kann nur ich. Den Mülleimer mit einer neuen Tüte auskleiden beispielsweise oder die Milch in den Kühlschrank stellen. Feststellen, daß die Hunde kein Wasser mehr haben, und dem Mangel abhelfen. Im Garten unerwünschte Gewächse von erwünschten unterscheiden und erstere entfernen. Leere Umverpackungen in den Müll befördern. Meine Jacke aufhängen.
Auch alles, was mit Wäsche zu tun hat, kann nur ich. Und außer mir weiß niemand, was einzukaufen ist. Oder wo die Müllbeutel zu finden sind.
Was würden die bloß ohne mich machen?
cu ruadh - 8. Feb, 10:26
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Reiterstübchen
Am Wochenende klingelte das Telefon …
Papa: „Ich rufe an, um dir mitzuteilen, daß ich ja letzte Woche umgezogen bin …“
Cu: (ins Wort fallend) „Ja, toll, wie war es denn?“
Papa: „Ach, es war sehr anstrengend …“
Cu: „Die paar Möbel??“
Papa: „Ja … nee … aber bis das alles so war, wie ich mir das vorgestellt habe … und dann waren da ja noch die neuen Möbel, die mußten aufgebaut werden … aber warum ich anrufe: Habe ich dir schon meine neue Adresse und Telefonnummer geschickt?“
Cu: „Ja, Papa. Zwei Mal. Per mail.“
Papa: „ - - -.“
cu ruadh - 7. Feb, 14:52
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Reiterstübchen
Kaum war ich am Wochenende vom Einkauf zurück, sagte der Schatz: „Wie wäre es mal wieder mit einer schönen Lasagne?“
Klar. Spitzenidee. Hätte ich das vorher gewußt, hätte ich ja vielleicht Lasagnenudeln mitbringen können.
„Hast du kein Rezept für Nudeln?“ fragte Sohn, der Hexenbengel, der genauso gern Sachen ausprobiert wie ich. Natürlich habe ich. Und Mehl und fleißige Hühner auch. Nur keine Nudelmaschine, also mußte der Nudelteig mit dem Nudelholz ausgerollt werden. Ich hab da so ein altes, schweres, hölzernes; es war schon alt, als ich es von Mama bekommen hab, auf geschätzte vierzig Jahre Dienstzeit kann es wohl zurückschauen. Ich hatte, muß ich wohl auch eher sagen, denn die Nudelplatten haben ihm den Garaus gemacht, es ist entzwei gebrochen. Schnüff. Jetzt muß ich sehen, wie ich an Ersatz komme.
Aber die Nudeln waren erstklassig.
cu ruadh - 2. Feb, 13:18
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Aus der Hexenküche
… das Tochterkind irgendwann mal eine eigene Wohnung hat, wird die sicher günstig eingerichtet sein. Braucht das Kindchen doch nur eine Matratze und Bettzeug, ein Sofa, einen Tisch, einen Fernseher und ein Regal für Schoki, Flips und Toastbrot ...
cu ruadh - 1. Feb, 12:46
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Reiterstübchen
Die Kinder haben Ferien, diese unglaublichen zwei Tage nach den Halbjahreszeugnissen; und das ist für uns die Gelegenheit, etwas länger in den Federn zu kuscheln und den Start in den Tag etwas entspannter zu gestalten. Irgendwann steht dann der Schatz auf und geht zum Füttern in den Stall, und ich bereite Frühstück vor und gehe schon mal duschen.
Überraschenderweise höre ich die Tür und denke, na da hast du ganz schön getrödelt; da geht die Badezimmertür auf, und der Schatz sagt: „Du Schatz, wenn Du fertig bist, kannst Du dann mal bitte in den Stall kommen mit dem Stethoskop? Die Dicke frisst nicht und hat eine aufgeblähte Wampe.“ Super, denke ich und verweise auf das gewünschte Gerät auf dem Küchentisch. „Ich hör doch da nix“, sagt der Schatz leise und geht wieder.
Keine Viertelstunde später bin ich im Stall, um einem Pferdebauch zuzuhören, der so wie ein Strandball klingt, in den man noch mehr hineinzupusten versucht. Ich sage: „Halfter drauf und laufen!“ und der Schatz fällt in sich zusammen, schaut zur Uhr und murmelt was von Arbeit und Externen, folgt aber brav den Anweisungen und schleppt sein dickes Pferd im Stall herum. Ich räume derweil das Heu aus der Box und warte auf Geräusche vom Heck des Pferdes oder vielleicht sogar ein paar Äppel. Nichts tut sich.
Also kein gemütliches Frühstück für uns. Ich gehe und mache wenigstens Tee und Frühstück für Schatz zum Mitnehmen, löse ihn dann ab und schicke ihn unter die Dusche. Nach etlichen Kreisen ist er wieder da und bekommt Strick und Handy in die Hand gedrückt, denn die Hunde müssen noch raus, und der Tierarzt muß angerufen werden. Die Hunde sind kooperativ und schnell fertig, der Tierarzt auch, er will innerhalb der nächsten Stunde eintreffen, ebenso Sohn, frisch aufgestanden, der sich bereiterklärt, Hunde und Katzen zu füttern. Die Dicke wird eingedeckt, der Schatz wischt sich ein Tränchen aus dem Auge, drückt mich und macht sich auf den Weg zur Arbeit. Derweil wandere ich weiter mit der Dicken durch den Stall, durch die Halle und über den Hof, immer weiter bis zum Eintreffen unseres Tierarztes, in der Zwischenzeit bestens versorgt vom Tochterkind, die mir Tee und Toast bringt.
Tierarzt Michael fährt vor, weiß von derzeit vielen Pferden zu berichten, die dringender Kolikbehandlung bedürfen und verfährt wie üblich – Schmerzmittel und was zum Entkrampfen. Neu ist die rektale Untersuchung, die außer einem Dreckrand am frischen Pulloverärmel nichts Sensationelles zutage fördert. Er lässt noch ein paar gute Wünsche da und macht sich dann wieder auf den Weg; und ich bleibe heute zu Hause, schaue immer wieder nach der Dicken und frage mich, warum ich eigentlich immer die bin, die ihr Gleitzeitkonto bis aufs Äußerste strapazieren muß, damit hier alles weiter seinen Gang gehen kann.
Und wer uns die Krätze an den Hals gewünscht hat.
Denn das waren jetzt drei kranke Pferde innerhalb von fünf Wochen.
cu ruadh - 31. Jan, 13:44
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Stall und Weide