Freitag, 28. Januar 2011

Support-Highlights

Anwender: „Ja moin, ich ruf an, weil ich komm nicht in mein BÖH*.“
Cu: „Was heißt, du kommst nicht in dein BÖH*? Gibt es eine Fehlermeldung?“
Anwender: „Äh … ja, ich glaube schon. Aber die lese ich doch nicht!“
Cu: „Es wäre aber schon wichtig zu wissen, welche Fehlermeldung da kommt …“
Anwender: „Hmmja … dann mache ich eben noch mal … warte mal …“
(Tastaturklackern, leises Gemurmel.)
Anwender: „Also, da steht … Name oder Passwort inwallit.“
Cu: „Was gibst du denn ein?“
Anwender: „Meinen Namen …“
Cu: „Welchen genau?“
Anwender: „Na, wie ich heiße!“
Cu: „Du hast eine Mail mit Zugangsdaten erhalten, und darin steht dein Benutzername, und den mußt du nehmen.“
Anwender: „Aha … da muß ich erst mal gucken … warte mal …“
(Tastaturklackern, leises Gemurmel.)
Anwender: „Das ist ja eine Nummer!“
Cu: „Genau. Das ist deine Personalnummer. Die trägst du im Feld „Benutzer“ ein.“
(Tastaturklackern, leises Gemurmel.)
Anwender: „Das geht immer noch nicht.“
Cu: „Hast du deine Personalnummer mit den führenden Nullen eingegeben, so wie es da steht?“
Anwender: „Äh, nö … warte mal … jetzt steht da … fill inn oll rekvired entri fihlts.“
Cu: „Hast du das Passwort aus der mail eingegeben?“
Anwender: „- - - Ich kann da kein Passwort eingeben!“
Cu: „Warum nicht?“
Anwender: „Da steht schon was!“
Cu: „DA STEHT SCHON WAS?? Was denn?“
Anwender: „Da sind lauter Sternchen …“
Cu: (tief durchatmend) „Das sind Platzhalter, die kannst du einfach überschreiben.“

(Der Mann ist übrigens Diplomingenieur und in der Entwicklung tätig. Da funktioniert da dann hoffentlich besser.)

________
*Bei BÖH handelt es sich um eine sündteure Unternehmenssoftware, deren Name aus drei Buchstaben besteht, was schon zu vielfältigen abenteuerlichen Übersetzungen geführt hat
Zu finden in: Büroalltag

Dienstag, 25. Januar 2011

Zwiebelbrot

Das Tochterkind ernährt sich vorzugsweise von Weißbrot, Kuchen, Fritiertem, Süßigkeiten und derlei Zeugs (was der Mama die Nackenhaare in die Höhe treibt). Da ist es manchmal von Vorteil, durch Curuas Hexenküche schnuppern zu können. Manchmal aber auch nicht.

Das letzte Erzeugnis war ein wahrhaft köstliches Zwiebelbrot mit ebenso schmackhafter Kräuterbutter dazu.

Tochterkind: „Was ist das denn?!“
(Sie hat so eine Art, vorwurfsvoll/anklagend/angeekelt zu klingen, daß man ihr am liebsten Toast von Feinkost-Albrecht hinstellen möchte.)
Cu: „Zwiebelbrot. Heute frisch gebacken.“
Tochterkind: (angewidert) „Etwa mit Zwiebeln drin?“
Cu: (schaut irritiert drein)
Sohn: „Nö, Röstzwiebeln.“

Nach kurzem Überlegen und kurzer Verhandlung probierte das Tochterkind ein winziges Eckchen mit einer homöopathischen Dosis Kräuterbutter drauf. Die finstere Miene verhieß nichts Gutes, hellte sich aber plötzlich auf, Kräuterbutter wurde reichlich auf ihr verbliebenes Stück Brot gespachtelt; und der ersten Scheibe folgte noch eine zweite … Kommentar: „Kann man essen.“

Stimmt.
Zu finden in: Reiterstübchen

Montag, 24. Januar 2011

Sonntag Nacht

So lange ich mich erinnern kann, ist die Nacht von Sonntag auf Montag eine unerfreuliche: Ich finde nicht in den Schlaf. Wenn ich dann irgendwann eingeschlafen bin, weckt mich jedes Geräusch unverzüglich. Meist wache ich ohnehin mehrfach auf und kann nicht gleich wieder einschlafen.

Pharmazeutische Hilfsmittel sorgen für die nächsten zwei bis drei Tage für das Gefühl, sich durch zähen Schlamm zu bewegen bzw. zu denken. Beruhigungstees bewirken garantiertes Aufstehen mindestens einmal in der Nacht. Und die Einnahme von Sekt (sonst von absolut zuverlässiger Wirkung) oder Wein helfen zwar beim Einschlafen, ziehen aber ebenfalls nächtliche Wanderungen und unweigerlich einen dröhnenden Schädel nach sich.

Auch Urlaub zu haben macht es nicht besser.

Seufz.
Zu finden in: Reiterstübchen

Donnerstag, 20. Januar 2011

Alles Gute, Göcka

Monatelang war alles ruhig im Hühnerstall.

Die Woche vor Weihnachten probten die Hühnerdamen dann plötzlich den Aufstand und machten Göcka, den Hahn, nieder. Was auch immer vorgefallen gewesen war, zwei der Hühner (zwei richtige Amazonen, sie krähen und benehmen sich auch sonst wie Kerls) hatten beschlossen, für Göcka sei kein Platz mehr und waren ihm an die Federn gegangen; es war kaum noch Leben in ihm, als ich ihn aus dem Hühnerhaus evakuierte, Kopf und Kamm waren blutüberströmt, und er bekam nur noch mühsam Luft.

So verbrachte Göcka also die Feiertage im Blumenzimmer bei Sirius und den Katzendamen; und nachdem der anfängliche Schreck etwas gewichen war und Göcka sich etwas erholt hatte, wurde das allmorgendliche „Guten Morgen, Katzen!“ mit Gegacker quittiert. Der Kamm verheilte, wechselte seine Farbe von blutig über Schwarz und Hellrosa wieder nach Rot, die Federn wuchsen nach, und statt meines Weckers rief nun Göcka jeden Morgen fröhlich zum Aufstehen.

Anfang des Monats bezog Göcka dann eine komfortable große Pferdebox im Stall, die wir möglichst katzensicher für ihn hergerichtet hatten. Er war sicher recht froh, die Hundebox, in der er im Blumenzimmer gewohnt hatte, verlassen zu dürfen und flatterte und sprang und scharrte herum, daß die Federn nur so flogen.

Allerdings ist Göcka allein, und das ist auf Dauer nicht gut für einen Hühnervogel. Zu „seinen“ Mädels kann er nicht mehr zurück, denn die haben deutlich gemacht, daß er ein gallus non gratus ist; also habe ich mich auf die Suche gemacht, ein neues Zuhause, einen neuen Hühnerhaufen für meinen hübschen Hahn zu finden.

Und es ist gelungen: Heute Nachmittag zieht er zu unseren Nachbarn um.
Zu finden in: Stall und Weide

Dienstag, 18. Januar 2011

Unterwegs

Inzwischen fahre ich ja gar nicht mehr so gern mit dem Auto durch die Republik. Okay, wenn ich denn mal fahre(n muß), dann fahre ich gern schnell. So schnell es mit dem Lieferwägelchen eben geht. Aber nicht gern. Und schon gar nicht gern weit. Wahrscheinlich wird man im Alter bodenständiger. Höhö. Vor diesem Hintergrund war der Ausflug zu Papa am Wochenende natürlich eine Herausforderung. Tochterkind und ich und das Lieferwägelchen machten uns auf den Weg, einen Gefrierschrank einzufangen … allein der Start brauchte schon viel länger als geplant, weil ich eigentlich keine Lust hatte. Aber versprochen ist versprochen.

Die Fahrt war lang, langweilig, weitestgehend ereignislos und von Brausebonbons geprägt, die das Tochterkind eingepackt hatte – Tochterkinds leuchtendes Zungengrün war schon für den einen oder anderen Lacher gut. Ein wenig komisch wurde mir, als vertraute Landmarken in Sicht kamen. Zu Hause … früher mal. In einem Leben vor diesem bin ich oft diese Strecke gefahren, um nach Hause zu kommen …

Endlich angekommen, war Papa irritiert: „Ihr seid schon da!?? Du wolltest doch erst morgen …“ Nein, sicher nicht. Sonntags habe ich frei. So weit es geht, jedenfalls. Das vorzeitige Erscheinen hat Tochterkind und mich um ein Essen mit Papa und meinem Bruder gebracht – wie wirklich so was von überhaupt nicht schade!

Der small talk bis zum Einladen des Gefrierschrankes war nahezu ebenso langweilig wie die Fahrt. Papa und seine Welt sind sehr klein geworden und drehen sich derzeit ausschließlich um seinen Umzug, für anderes ist kein Platz. Den Transport der verbleibenden Möbel organisiert mein Bruder, das Einräumen, Aufräumen und Verschönern meine Schwester; die Gewißheit, das irgendwann vorgehalten zu bekommen, verbleibt bei mir.

Und so sind Tochterkind und ich mit einbrechender Dunkelheit wieder gestartet, versehen mit einem Gefrierschrank („das Suppengemüse habe ich dir dringelassen, das brauch ich ja nicht“), einem Glas voller Bonbons unbekannten Alters, einem weiteren Glas voller Cents und einem alten Kolbenfüllfederhalter mit Goldfeder (auf den ich schon seit über zwanzig Jahren scharf war). Und der Vermutung, daß wir das nächste Mal erst zu Papas Beerdigung nach Hannover fahren werden.

Sagte ich schon, daß ich gar nicht mehr so gern Auto fahre? Vor allem im Dunkeln?
Zu finden in: Reiterstübchen

Freitag, 14. Januar 2011

Update

Als modernes Unternehmen benutzen wir auch moderne Weichwaren, so zumindest will es unser Chef. Das heißt, wir von der IT werden dieser Tage beglückt mit der Installation von HmHm 2010 aus dem Hause WinzigWeich (wo im Übrigen auch schon MS-Dose erfunden wurde. Damals.). Ganz problemlos solle das ablaufen, war versprochen worden, kaum zu bemerken solle das sein, mit Ausnahme des Endergebnisses natürlich, das sollte viel, viel, viel toller sein.

Seit gestern laufen die Installationen, und seit gestern gibt es alles – gute halbe Stunde Installation und läuft bis hin zu drei Stunden Installation und anschließend den Laptop runter in den Support tragen, um ihn komplett neu aufsetzen zu lassen. Als kleines AddOn verweigerte das SmartCard-System die Zusammenarbeit mit Windows, was dem Support ein wenig Mehraufwand bescherte, weil sich natürlich niemand mehr an sein Windows-Passwort erinnern konnte – wir haben ja SmartCards …

(Ich war übrigens in der erstgenannten Gruppe vertreten. Hehe.)
Zu finden in: Büroalltag

Donnerstag, 13. Januar 2011

Schweine!

Wie ja inzwischen weltweit bekannt ist, pflegt man hier in Norddeutschland das Tierfutter mit allerlei untauglichen Dingen zu mischen. (Eine völlig neue Praxis übrigens, die noch nie zuvor Anwendung gefunden hat.) Und was habe ich gefeixt, daß unsere Hühner kein industriell gefertigtes Futter bekommen und ihre Produktionsergebnisse demzufolge unbelastet sind!

Aufgrund des vorhandenen Platzes und der ebenfalls vorhandenen Kontakte entstand recht schnell die Idee, einen zweiten Hühnerstall zu eröffnen, den im Frühjahr mit Hühnchen zu besetzen und die dann „nur“ aufzufüttern, um sie dann zum Winter hin in den Gefrierschrank umzulagern. Der leidenschaftliche Protest vom Tochterkind („ich ess doch keinen, den ich kenne!“) hat diese Planungen allerdings zur Zeit etwas ins Stocken gebracht. Und dann kam noch eine mail vom Schatz:

[…] Jetzt haben sie die ersten Schweine in Niedersachsen gefunden, die stark überhöhte Dioxin-Werte haben und es wird notgeschlachtet.
Das Ding wird noch erheblich weitere Kreise ziehen, wer weiß, wohin diese Fette noch geliefert wurden...

Vielleicht sollten wir auch noch 1 oder 2 Schweine halten.

Er sagte später, so ernst gemeint sei das jetzt aber nicht gewesen. Am Ende wäre dann der Hof bevölkert von lauter Nutztieren im Rentenalter, die wir durchfüttern, weil wir keines davon hätten aufessen können, dumme, sentimentale Städter, die wir nun mal sind. Und ich solle mich hüten, den Salatköpfen, Möhren und Kartoffeln auch noch Namen zu geben.

Und jetzt zerbreche ich mir wieder mal den Kopf, warum wir lieber irgendwas aus der Fleischtheke essen wollen statt jemanden, von dem wir genau wissen, was „drin“ ist, weil wir es selbst herangefüttert haben …
Zu finden in: Stall und Weide

Mittwoch, 12. Januar 2011

Papa zieht um

Nachdem Mama verstorben war, wusste Papa zunächst mal eine Weile nichts mit sich anzufangen. Verständlich. Dann aber, Ende November war’s, klingelte das Telefon:

Papa: „Ich rufe an, um dir mitzuteilen, daß ich mich entschlossen habe umzuziehen.“
(Kein Scherz. Er redet wirklich so.)
Cu: „Das ist ja schön! Weißt du schon …“
Papa: (ins Wort fallend) „… weil die Wohnung ist ja viel zu groß für mich alleine und überall denkt man dran und die Erinnerungen und dein Bruder hat ja damals schon was angesehen, als Mutti noch … blablabla … und da wollte ich wissen, ob du schon einen neuen Herd gekauft hast, weil du hattest doch gesagt … ?“
Cu: „Nein, eigentlich …“
Papa: (ins Wort fallend) „Wolltest du dann vielleicht unseren haben, der ist ja noch fast ganz neu, und den müsste ich dann ja wegschmeißen, weil so viel kann ich ja nicht mitnehmen, da ist ja viel weniger Platz, und darum will ich alles weggeben, was ich nicht brauche, und da dachte ich zuerst an euch, weil du hattest doch gesagt …?“
Cu: „Ja schon, aber …“
Papa: (ins Wort fallend) „Vielleicht kannst du dann ja auch noch was von den anderen Sachen gebrauchen, das Sofa im Wohnzimmer ist ja auch noch ganz neu, und ihr habt doch so viel Platz, weil so viel kann ich ja nicht mitnehmen …“

Wir haben uns dann auf Herd und Gefrierschrank geeinigt und vielleicht das eine oder andere Andere, was dann noch zu sichten sei. Und da ich es bis zum Umzugstermin Ende Februar abholen würde, möglichst zeitnah auch, weil der Herd ja bis dahin noch gebraucht würde.

Eine Woche später klingelte das Telefon.

Papa: „Ich rufe an, weil du doch gesagt hast, du kommst und holst die Sachen ab.“
Cu: „Ja, im Februar hatten wir doch gesagt.“
Papa: „Deine Schwester war am Wochenende hier, und sie hat doch noch so einen Gartenkocher mit zwei elektrischen Kochplatten, und den will sie mitbringen, das reicht ja auch für mich, was ich noch so mache. Wann kommst du denn jetzt?“
Cu: „Hier ist alles zugeschneit und glattgefroren, wir müssen erst noch ein bisschen abwarten, wie sich das Wetter entwickelt.“
Papa: „Ja, aber Ende Februar ziehe ich doch um …“

Vier Tage später sagte mir das Tochterkind, als ich nach Hause kam, ich möge doch bitte ganz ganz dringend meinen Vater anrufen, es sei sehr wichtig.

Papa: „Ähmja, weißt du, das war heute jemand, der hat sich die Küche angesehen und wollte die auch haben, aber ich hatte dir ja schon den Herd zugesagt, und da hat er gesagt, ohne Herd wäre die Küche für ihn ja wertlos …“
Cu: „… und da wolltest du fragen, ob ich den Herd wirklich unbedingt brauche.“
Papa: „Ähmja, so, ja, vielleicht, wenn du … aber den Gefrierschank habe ich fest für dich reserviert.“

Es kamen noch zwei Anrufe wegen des Gefrierschrankes, während Ostfriesland und das restliche Niedersachen von Schnee und Eis gefangen waren.

Gestern Abend klingelte das Telefon erneut:

Papa: „Ich rufe an, um dir mitzuteilen, daß ich schon am 29. Januar umziehe. Am 22. kommt jemand und holt die Sachen ab, weil so viel kann ich ja nicht mitnehmen, da ist ja nocht so viel Platz, und du wolltest doch den Gefrierschrank haben …“

Ich glaube, ich fahre am Wochenende hin. Sonst scheitert Papas Umzug am Ende noch an einem Gefrierschrank, der immer noch im Keller steht.
Zu finden in: Reiterstübchen

Utn Peerstall

Das sind keine Haflinger!

gerade im Stall:

Du bist nicht angemeldet.

Stallordnung

Alle Einträge von cu ruadh sind extrem subjektiv und aus persönlichem Erleben entstanden. Anmerkungen und Kommentare sind erwünscht, allerdings bitte ich um einen höflichen und freundlichen Umgangston. Kurz gesagt: Wer pöbelt, suche sich einen anderen Stall!

Besucher im Peerstall:


Aus der Hexenküche
Büroalltag
Einfahrt und Parkplatz
Land und Leute
Privat!
Reiterstübchen
Stall und Weide
Über die Weiden geschaut
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren