Ponyland
Das Hundelüften am Mittag führte mich wie üblich am Nachbarshaus* vorbei. Es war schönes Wetter, und der Nachbarsbub purzelte mit seinem Fahrrad aus der Einfahrt und begrüßte uns freudig. („Du freundest dich echt mit jedem an, was?“ hat ein finster blickendes Tochterkind mal angemerkt.) Besonders der eigentlich grimmige Spitz hat es ihm wohl angetan, und der mag den Buben auch ganz gern.
„Ich vergesse immer, wie Deine großen Hunde heißen“, sagte der Kleine und tätschelte dem Spitz die Ohren. Während ich ihm die Hundenamen aufsagte, war hinten aus dem Garten lautes Geschrei zu hören. „Oh“, sagte ich, „habt ihr jetzt Gänse?“ – „Ja“, sagte der kleine Mann stolz, „und Hühner auch. Aber die hauen immer ab, und Papa muß sie immer wieder einfangen.“ Er überlegte einen Moment und fügte hinzu: „Und ein Huhn liegt tot im Stall.“ – „Marder?“ fragte ich mitfühlend. Er schüttelte den Kopf. „Nö. Strom. Wir haben ja schließlich Ponyland.“
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*Nachbarshäuser sind hierzulande alle, die sich in Sichtweite befinden. Dieses ist nicht mal mehr in Rufweite und hat einen vergleichsweise großen Garten, in dem zwei Ponies leben.
„Ich vergesse immer, wie Deine großen Hunde heißen“, sagte der Kleine und tätschelte dem Spitz die Ohren. Während ich ihm die Hundenamen aufsagte, war hinten aus dem Garten lautes Geschrei zu hören. „Oh“, sagte ich, „habt ihr jetzt Gänse?“ – „Ja“, sagte der kleine Mann stolz, „und Hühner auch. Aber die hauen immer ab, und Papa muß sie immer wieder einfangen.“ Er überlegte einen Moment und fügte hinzu: „Und ein Huhn liegt tot im Stall.“ – „Marder?“ fragte ich mitfühlend. Er schüttelte den Kopf. „Nö. Strom. Wir haben ja schließlich Ponyland.“
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*Nachbarshäuser sind hierzulande alle, die sich in Sichtweite befinden. Dieses ist nicht mal mehr in Rufweite und hat einen vergleichsweise großen Garten, in dem zwei Ponies leben.
cu ruadh - 2. Nov, 13:20
Zu finden in: Land und Leute
