Stall und Weide
Verlorenes Eisen, Husten, Haarlinge, Kolik, Einschuß, Ekzeme, schweren Bandwurmbefall – inzwischen hatten wir fast alles, was das normal genutzte Pferd so haben kann. Dachten wir.
Seit dem Wochenende haben wir nun auch ein Hufgeschwür.
Bei einem Hufgeschwür sammelt sich irgendwo innerhalb des Hufes Eiter an, der nirgendwo hin kann, drückt und dem armen Tier Schmerzen beim Stehen und Laufen bereitet. So auch hier – die arme Zotti war ein Bild des Jammers. Bis der Doc gestern endlich erschien. Hilfesuchend streckte sie ihm den Huf hin; es gab ein paar Schnitte mit dem Hufmesser und einen ordentlichen Hufverband, und gleich mußte Zotti erst mal ausprobieren, ob man sich wieder draufstellen kann. Man konnte.
Glücklicherweise mußte man auch nicht im Stall schlafen, sondern durfte wieder raus zu den anderen und zum Heuhaufen. Und während Zotti glücklich Heu mampfte, bekam die Lütte Kulleraugen, als sie den Verband sah. Das ganze Pferdegesicht sagte: „Boah! Was ist das denn? Kann ich das auch? Krieg ich auch sowas?“ Und sofort war sie auf dem Weg, das Ding da zu untersuchen, an der Watte zu zupfen und mal zu gucken, was es damit auf sich hat.
Ich hätte wetten mögen, der Verband hält nicht bis heute. Das hätte ich verloren. Gute Arbeit, Doc.
cu ruadh - 5. Jul, 14:00
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Stall und Weide
Hier im Norden sind die Abende zur Zeit sehr lang. Das führt bei weiter südlich aufgewachsenen Menschen wie mir gern mal dazu, daß man sich schwer verschätzt, wie spät es eigentlich tatsächlich ist, und in der Folge dazu, daß man häufig später ins Bett kommt als wünschenswert wäre.
So war es auch gestern – der Schatz schlummerte schon selig auf dem Sofa, und ich war noch mit einer Stricksocke beschäftigt und wurde plötzlich gewahr, daß es schon auf Mitternacht ging. Also wurden die Hunde noch flugs gefüttert, und ich machte mich gerade bettfertig, als die ersten Donnergrummler zu hören waren und Regen einsetzte. Ach was sage ich – REGEN!
Nun hat niemand von uns ein Problem mit Gewitter. Nur der Spitz, der stirbt dann tausend Tode, wenn es draußen grollt und knallt. Er, der sonst jeden verbellt, der sich auch nur auf Sichtweite dem Haus nähert, verkroch sich als kleines Häuflein Elend neben-hinter-unter meinem Bett und hechelte, daß an Schlaf erst mal nicht mehr zu denken war.
Dann war das Donnerrollen vorbei, und das Hecheln wandelte sich zu Herumrennen und Winseln. Die Innereien des verstörten Heldenhundes forderten dringendste Entleerung. Der Schatz (bereits schlaffertig) bewegte sich nicht. Vielen Dank - ich durfte mich aus dem Bett schälen, anziehen und den quiekenden Hund schnappen. Während wir uns noch draußen-fertig machten, legte der Regen immer weiter zu, es klang, als sei die Dusche an.
Also schlich ich um Mitternacht draußen durch die Fluten mit einem entnervten Hund, der sich unbedingt erleichtern mußte, aber nicht wollte, und haßte Haustiere im Allgemeinen, Hunde im Besonderen, Wetter, Universum, Schicksal und die ganze Göttermischpoke gleich mit. Kaum wieder drin, suchte sich der Spitz eilig einen Ort, um sich ungestört zu übergeben. Dann wollte er erneut nach draußen und hatte sich anscheinend einen längeren Spaziergang vorgenommen; jedenfalls machte er keinerlei Anstalten, irgendetwas außer Laufen zu tun. Erst als ein Blitz über den Himmel zuckte, drehte er auf der Pfote um und wollte dringend nach Hause, ließ sich abtrocknen und verschwand wieder neben-hinter-unter meinem Bett. Nur so zur Sicherheit.
Inzwischen war es Eins und hatte aufgehört zu regnen, die Kläranlage tat wieder ihren Dienst, der Wasserstand in den Toiletten war auf die normale Höhe gesunken, und alles im Haus war ruhig. Selbst der Spitz hatte sich weitestgehend beruhigt.
Und plötzlich war es sechs Uhr. Zeit aufzustehen.
Und ich hätte alles für einen Kaffee gegeben, in dem der Löffel stehen bleibt.
cu ruadh - 17. Jun, 13:20
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Stall und Weide
Ein schönes langes Wochenende war das. Wundervolles Wetter, Grillen auf der Terrasse (oder was man so nennt), draußen frühstücken, ein bißchen Gartenarbeit … und dann sah mich der Salat etwas traurig an und bettelte um Wasser. Halte durch, sagte ich, heute Abend soll es regnen.
Tat es auch. Inclusive Blitz und Donner. Die Regenrinne am Stall schaffte das Wasser nicht mehr, so daß vom Stalldach ein Wasserfall niederging. Die Auffahrt glich einem breiten Strom. 1200 Quadratmeter Hengstweide verwandelten sich in wenigen Augenblicken in einen Tümpel, ebenso der Reitplatz.
Dann hörte es auf, und der Schatz ging nach dem Rechten sehen. Die Pferde waren naß, die Weiden geflutet, die Zugänge zu den Weiden tiefe Pfützen, aber sonst war kein Schaden entstanden. Wenngleich der Schatz die Stirn in sorgenvolle Falten legte und etwas von „Heu machen“ und „naß“ murmelte.
Kaum eine Viertelstunde später frischte der Wind auf und bog die Birken vor dem Haus um. Es war, als habe jemand einen gigantischen Ventilator eingeschaltet; eine einzige gewaltige Sturmbö von zehn Minuten Dauer drückte die Bäume nieder. Dann setzte der Regen erneut ein, diesmal begleitet von Hagel. Fingernagelgroße Eisstückchen prasselten nieder, und für ein paar Minuten sah es aus, als habe es geschneit. Der Wasserfall vom Stalldach verwandelte den Gartenweg in ein reißendes Flüßchen. Die Gullys auf dem Hof liefen über. Der Wind hatte gedreht und drückte den Regen durch das Schlafzimmerfenster – wie viel Wasser das tatsächlich war, bemerkten wir erst eine ganze Zeit später.
Eingedenk des Mini-Tornados im letzten Jahr warfen wir uns ins Regenzeug und haben nochmals nach den Pferden gesehen. Den Dicken ging es gut, da hatte es ein paar Zaunpfosten umgerissen, die Jungs waren etwas aufgeregt und die Ponies völlig von der Rolle. Kein Wunder, denn da hatte es die E-Zaun-Litze abgerissen und in die Weide-Seenlandschaft geweht, da hatte es wohl ein paar Stromschläge gegeben. Kurz gesagt, wir mußten evakuieren. Was sich bei manchen der Fellnasen als nicht ganz einfach erwies.
Wie das dem Salat bekommen ist, weiß ich noch gar nicht. Aber ich werde ihm nie wieder Regen versprechen.
cu ruadh - 6. Jun, 13:48
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Stall und Weide
Die Kinder haben Ferien, diese unglaublichen zwei Tage nach den Halbjahreszeugnissen; und das ist für uns die Gelegenheit, etwas länger in den Federn zu kuscheln und den Start in den Tag etwas entspannter zu gestalten. Irgendwann steht dann der Schatz auf und geht zum Füttern in den Stall, und ich bereite Frühstück vor und gehe schon mal duschen.
Überraschenderweise höre ich die Tür und denke, na da hast du ganz schön getrödelt; da geht die Badezimmertür auf, und der Schatz sagt: „Du Schatz, wenn Du fertig bist, kannst Du dann mal bitte in den Stall kommen mit dem Stethoskop? Die Dicke frisst nicht und hat eine aufgeblähte Wampe.“ Super, denke ich und verweise auf das gewünschte Gerät auf dem Küchentisch. „Ich hör doch da nix“, sagt der Schatz leise und geht wieder.
Keine Viertelstunde später bin ich im Stall, um einem Pferdebauch zuzuhören, der so wie ein Strandball klingt, in den man noch mehr hineinzupusten versucht. Ich sage: „Halfter drauf und laufen!“ und der Schatz fällt in sich zusammen, schaut zur Uhr und murmelt was von Arbeit und Externen, folgt aber brav den Anweisungen und schleppt sein dickes Pferd im Stall herum. Ich räume derweil das Heu aus der Box und warte auf Geräusche vom Heck des Pferdes oder vielleicht sogar ein paar Äppel. Nichts tut sich.
Also kein gemütliches Frühstück für uns. Ich gehe und mache wenigstens Tee und Frühstück für Schatz zum Mitnehmen, löse ihn dann ab und schicke ihn unter die Dusche. Nach etlichen Kreisen ist er wieder da und bekommt Strick und Handy in die Hand gedrückt, denn die Hunde müssen noch raus, und der Tierarzt muß angerufen werden. Die Hunde sind kooperativ und schnell fertig, der Tierarzt auch, er will innerhalb der nächsten Stunde eintreffen, ebenso Sohn, frisch aufgestanden, der sich bereiterklärt, Hunde und Katzen zu füttern. Die Dicke wird eingedeckt, der Schatz wischt sich ein Tränchen aus dem Auge, drückt mich und macht sich auf den Weg zur Arbeit. Derweil wandere ich weiter mit der Dicken durch den Stall, durch die Halle und über den Hof, immer weiter bis zum Eintreffen unseres Tierarztes, in der Zwischenzeit bestens versorgt vom Tochterkind, die mir Tee und Toast bringt.
Tierarzt Michael fährt vor, weiß von derzeit vielen Pferden zu berichten, die dringender Kolikbehandlung bedürfen und verfährt wie üblich – Schmerzmittel und was zum Entkrampfen. Neu ist die rektale Untersuchung, die außer einem Dreckrand am frischen Pulloverärmel nichts Sensationelles zutage fördert. Er lässt noch ein paar gute Wünsche da und macht sich dann wieder auf den Weg; und ich bleibe heute zu Hause, schaue immer wieder nach der Dicken und frage mich, warum ich eigentlich immer die bin, die ihr Gleitzeitkonto bis aufs Äußerste strapazieren muß, damit hier alles weiter seinen Gang gehen kann.
Und wer uns die Krätze an den Hals gewünscht hat.
Denn das waren jetzt drei kranke Pferde innerhalb von fünf Wochen.
cu ruadh - 31. Jan, 13:44
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Stall und Weide
Monatelang war alles ruhig im Hühnerstall.
Die Woche vor Weihnachten probten die Hühnerdamen dann plötzlich den Aufstand und machten Göcka, den Hahn, nieder. Was auch immer vorgefallen gewesen war, zwei der Hühner (zwei richtige Amazonen, sie krähen und benehmen sich auch sonst wie Kerls) hatten beschlossen, für Göcka sei kein Platz mehr und waren ihm an die Federn gegangen; es war kaum noch Leben in ihm, als ich ihn aus dem Hühnerhaus evakuierte, Kopf und Kamm waren blutüberströmt, und er bekam nur noch mühsam Luft.
So verbrachte Göcka also die Feiertage im Blumenzimmer bei Sirius und den Katzendamen; und nachdem der anfängliche Schreck etwas gewichen war und Göcka sich etwas erholt hatte, wurde das allmorgendliche „Guten Morgen, Katzen!“ mit Gegacker quittiert. Der Kamm verheilte, wechselte seine Farbe von blutig über Schwarz und Hellrosa wieder nach Rot, die Federn wuchsen nach, und statt meines Weckers rief nun Göcka jeden Morgen fröhlich zum Aufstehen.
Anfang des Monats bezog Göcka dann eine komfortable große Pferdebox im Stall, die wir möglichst katzensicher für ihn hergerichtet hatten. Er war sicher recht froh, die Hundebox, in der er im Blumenzimmer gewohnt hatte, verlassen zu dürfen und flatterte und sprang und scharrte herum, daß die Federn nur so flogen.
Allerdings ist Göcka allein, und das ist auf Dauer nicht gut für einen Hühnervogel. Zu „seinen“ Mädels kann er nicht mehr zurück, denn die haben deutlich gemacht, daß er ein gallus non gratus ist; also habe ich mich auf die Suche gemacht, ein neues Zuhause, einen neuen Hühnerhaufen für meinen hübschen Hahn zu finden.
Und es ist gelungen: Heute Nachmittag zieht er zu unseren Nachbarn um.
cu ruadh - 20. Jan, 12:45
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Stall und Weide
Wie ja inzwischen weltweit bekannt ist, pflegt man hier in Norddeutschland das Tierfutter mit allerlei untauglichen Dingen zu mischen. (Eine völlig neue Praxis übrigens, die noch nie zuvor Anwendung gefunden hat.) Und was habe ich gefeixt, daß unsere Hühner kein industriell gefertigtes Futter bekommen und ihre Produktionsergebnisse demzufolge unbelastet sind!
Aufgrund des vorhandenen Platzes und der ebenfalls vorhandenen Kontakte entstand recht schnell die Idee, einen zweiten Hühnerstall zu eröffnen, den im Frühjahr mit Hühnchen zu besetzen und die dann „nur“ aufzufüttern, um sie dann zum Winter hin in den Gefrierschrank umzulagern. Der leidenschaftliche Protest vom Tochterkind („ich ess doch keinen, den ich kenne!“) hat diese Planungen allerdings zur Zeit etwas ins Stocken gebracht. Und dann kam noch eine mail vom Schatz:
[…] Jetzt haben sie die ersten Schweine in Niedersachsen gefunden, die stark überhöhte Dioxin-Werte haben und es wird notgeschlachtet.
Das Ding wird noch erheblich weitere Kreise ziehen, wer weiß, wohin diese Fette noch geliefert wurden...
Vielleicht sollten wir auch noch 1 oder 2 Schweine halten.
Er sagte später, so ernst gemeint sei das jetzt aber nicht gewesen. Am Ende wäre dann der Hof bevölkert von lauter Nutztieren im Rentenalter, die wir durchfüttern, weil wir keines davon hätten aufessen können, dumme, sentimentale Städter, die wir nun mal sind. Und ich solle mich hüten, den Salatköpfen, Möhren und Kartoffeln auch noch Namen zu geben.
Und jetzt zerbreche ich mir wieder mal den Kopf, warum wir lieber irgendwas aus der Fleischtheke essen wollen statt jemanden, von dem wir genau wissen, was „drin“ ist, weil wir es selbst herangefüttert haben …
cu ruadh - 13. Jan, 13:59
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Stall und Weide
Wie inzwischen wohl jeder weiß, ist es kalt in Norddeutschland. Auch die Temperaturen im Stall sanken zunehmend, bis gestern morgen …
Schatz: „Wir müssen dann jetzt Eimer schleppen.“
Frau Rotfuchs: „??“
S: „Na Wasser. Für die Pferde.“
R: „Wieso? Funktioniert das Heizkabel nicht?“
S: „??“
R: „Na, das Heizkabel, was Du im Sommer an der Wasserleitung verlegt hast.“
S: „Das heizt nur die Wasserleitung. Die Tränken sind eingefroren.“
R: „Du meinst, wir haben einen Haufen Geld im Stall um die Rohre gewickelt, damit wir jetzt noch einen Winter Eimer schleppen dürfen?!“
S: „Ja … ist halt nicht fertig geworden …“
(Fast das gleiche Gespräch entwickelte sich am Abend noch einmal. Diesmal mit Schatz und Sohn.)
cu ruadh - 2. Dez, 13:09
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Wir haben Hühner. Seit Anfang April, denn da sind die puschligen kleinen Federbällchen bei uns eingezogen. Mitte Mai ist dann noch ein prächtiger Gockel dazu gekommen, und seit Ende Juni haben wir sehnsüchtig auf die Produkte unserer fleißigen Hühnerschar gewartet.
Aber die Mädels haben überhaupt nicht daran gedacht, sich nach irgendwelchen Vorgaben von Fachbüchern oder geübten Geflügelhaltern zu richten. Wirklich fleißig waren sie in erster Linie beim Vernichten des Futters, Verbrauchen von Wasser und Wachsen. Göcka, der Hahn, ist immer noch prächtig, aber im Vergleich zu seinen Hühnern wirklich winzig (wenngleich sie ihn immer noch durchaus ernst nehmen).
Mitte August, als wir bereits überlegten, wer wohl als erstes in den Ofen wandert, lag plötzlich ein hellbraunes Ei im Nest. Und von da an verging kein Tag mehr ohne Lieferung – erst täglich eines, nach etwa zwei Wochen verdoppelte sich die Leistung, und inzwischen sind wir bei drei bis vier Eiern täglich.
Nachdem die erste Freude verflogen war und sich die Eierkartons im Kühlschrank zu stapeln begannen, legte der Schatz seine Stirn in sorgenvolle Falten und murmelte etwas von „verkaufen“. Undenkbar! Ein recht altes Rezeptbuch wurde herausgekramt, ganze Versuchsreihen zum Einfrieren von Eiern aufgelegt (so erstklassige Baisers hatte ich nie zuvor!) und die Familie mit Kuchen aus dem Einweckglas überrascht. Mittlerweile sind fast alle Gläser gefüllt, auch die nachgekauften, und die Hochrechnungen für die benötigten Eiermengen für die Weihnachtsbäckerei laufen auf vollen Touren. Hoffentlich reicht die Zeit noch.
cu ruadh - 26. Okt, 11:04
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Lissy ist verschwunden
Freitag früh zum Frühstück haben wir sie das letzte Mal gesehen, die kleine Katzendame, und seither ist sie spurlos verschwunden.
Seit zwölf Wochen wohnt sie bei uns mit ihrer Mama und ihren beiden Brüdern. Montag Abend während des Hundespaziergangs haben wir sie im Straßengraben gefunden; irgendjemand hatte Mama Maunz und ihre Kinder einfach entsorgt. Und umgehend haben sie es sich bei uns bequem gemacht, erst in unserem Stall, und dann in unseren Herzen.
Eines Morgens kam der Schatz aus dem Stall, eine kleine, unglückliche Lissy an die Heldenbrust gedrückt, die sich beim Aufwachen ganz allein gefunden und um Hilfe gerufen hatte. Seither sind sie ein Herz und eine Seele. Wenn sich der Schatz irgendwohin setzt, ist sie sofort da, springt auf sein Bein und rollt sich schnurrend zusammen. Wenn er über den Hof läuft, geht sie mit, und wenn er nach Hause kommt, sitzt sie schon in der Einfahrt und wartet auf ihn.
Bis Freitag früh.
Lissys Brüder Rambo und Mogli sind seither recht verstört, verkriechen sich im Haus und kuscheln sich meist zusammen. Und wir … wir haben alles abgesucht. Wenn sie angefahren worden wäre und irgendwo im Graben läge, unsere Hunde hätten sie längst gefunden. Alles haben wir abgesucht, Wege, Weiden, Gräben rund um den Hof, jedes Loch, in das sie hätte fallen, jeden Baum, von dem sie nicht mehr herunter hätte kommen können. Aber sie ist weg. Und wir sind sehr traurig, ratlos und geschockt. Irgendwie erwarten wir jedes Mal, wenn wir aus dem Fenster sehen oder aus der Tür kommen, sie da sitzen zu sehen, als wäre nichts gewesen. Aber mit jedem Tag wird die ohnehin geringe Wahrscheinlichkeit, sie je wiederzusehen, noch kleiner.
cu ruadh - 30. Aug, 12:13
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… war einer der Tage, die man nicht wirklich braucht.
Mamas erster Geburtstag ohne Mama. Ein sehr befremdlicher Gedanke für mich. Wir hier in Ostfriesland, fern vom Rest der Familie, haben ihn ganz für uns mit Zwetschgenkuchen und Sahne begangen.
Wo immer du jetzt bist, geht es dir hoffentlich gut …
Überschattet war der Tag aber nicht nur wegen des Fehlens der einstigen Hauptperson. Pony Nummer 2 ist vom Hof gegangen. Manni wohnt jetzt bei einer netten Familie nicht allzu weit von uns und wird, so hoffe ich, ein richtiges Familienmitglied werden. So weit ein Pony das eben kann. Ob ich ihn irgendwann mal besuchen werde, weiß ich nicht. Wohl eher nicht. Dennoch war es wiederum ein trauriger Abschied für mich.
Leb wohl, mein kleiner Schatz. Alles Gute für dich und deine neue Familie.
cu ruadh - 10. Aug, 13:04
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