Telefonat
Es ist inzwischen schon wieder eine ganz beträchtliche Weile her, daß mich der Damalige anrief.
Ich hatte längst ein neues Leben, den Schatz, die Kinder, ein Häuschen bei Hannover. Beim Aufräumen und Aussortieren alter Kisten waren ein paar Dinge zutage getreten, die ihm gehört hatten oder für ihn noch wichtig hätten sein mögen; und nach mehreren vergeblichen Versuchen, sich mit ihm zwecks Übergabe zu verabreden, hatte ich das Ganze kurzerhand in einen Karton gepackt und der Post übergeben. Ich wollte das endlich los sein.
Er rief also an, um sich für die überraschende Sendung zu bedanken. Erzählte mir, was er so machte, wie er an meine Telefonnummer gekommen war. Wie schrecklich sein vierzigster Geburtstag für ihn gewesen war. Von seinen Aktivitäten in einem Verein, in dem wir uns damals kennengelernt hatten und lange gemeinsam Mitglieder gewesen waren. Daß er immer noch nach mir gefragt würde. Daß ihm meine Kreativität fehle.
Ich hörte zu und sagte gelegentlich „aha“ oder „hmhm“. Eine knappe Stunde lang. Und während er wie früher redete, dachte ich: du hast dich überhaupt nicht verändert. Meine Kinder, die nicht die Seinen waren, gingen bereits in die Schule, und er hatte sich nicht ein bißchen verändert in all der Zeit. Stand noch immer dort, wo ich ihn zurückgelassen hatte, wo er schon gestanden hatte, lange bevor ich gegangen war.
Auf seine Frage, ob man sich denn nicht mal wieder treffen wolle, sagte ich, wohl eher nicht.
Es blieb ein eigenartiges Gefühl.
Ich hatte längst ein neues Leben, den Schatz, die Kinder, ein Häuschen bei Hannover. Beim Aufräumen und Aussortieren alter Kisten waren ein paar Dinge zutage getreten, die ihm gehört hatten oder für ihn noch wichtig hätten sein mögen; und nach mehreren vergeblichen Versuchen, sich mit ihm zwecks Übergabe zu verabreden, hatte ich das Ganze kurzerhand in einen Karton gepackt und der Post übergeben. Ich wollte das endlich los sein.
Er rief also an, um sich für die überraschende Sendung zu bedanken. Erzählte mir, was er so machte, wie er an meine Telefonnummer gekommen war. Wie schrecklich sein vierzigster Geburtstag für ihn gewesen war. Von seinen Aktivitäten in einem Verein, in dem wir uns damals kennengelernt hatten und lange gemeinsam Mitglieder gewesen waren. Daß er immer noch nach mir gefragt würde. Daß ihm meine Kreativität fehle.
Ich hörte zu und sagte gelegentlich „aha“ oder „hmhm“. Eine knappe Stunde lang. Und während er wie früher redete, dachte ich: du hast dich überhaupt nicht verändert. Meine Kinder, die nicht die Seinen waren, gingen bereits in die Schule, und er hatte sich nicht ein bißchen verändert in all der Zeit. Stand noch immer dort, wo ich ihn zurückgelassen hatte, wo er schon gestanden hatte, lange bevor ich gegangen war.
Auf seine Frage, ob man sich denn nicht mal wieder treffen wolle, sagte ich, wohl eher nicht.
Es blieb ein eigenartiges Gefühl.
cu ruadh - 21. Feb, 13:40
Zu finden in: Über die Weiden geschaut

fast dreiviertel aller MÄNNER an, sie würden heute ihre damalige Frau wieder heiraten.
Aber nicht einmal 20% aller FRAUEN würden ihn nochmal nehmen.
Ich kenne diese Statistik seit etlichen Jahren, überlege aber
immer noch, was sie bedeutet.
Und ich kann mich in "seine" Situation ganz gut reinversetzen.
Wobei mir das eigentlich völlig egal wäre – ich wollte weder einen von denen wiederhaben, die mich verlassen haben noch einen von denen, die ich zurückgelassen hab …
Was heißt denn, Du kannst Dich in seine Situation versetzen? In welchen Teil davon?
Andersrum ist es außerdem meine Überzeugung, dass es eher Männer als Frauen sind, die dem Wert verlorener Dinge und Menschen hinterhertrauern - bei Männern macht es allerdings der Umstand schwieriger, dass sie das ja auf keinen Fall zeigen dürfen.