Montag, 31. Januar 2011

Montag.

Die Kinder haben Ferien, diese unglaublichen zwei Tage nach den Halbjahreszeugnissen; und das ist für uns die Gelegenheit, etwas länger in den Federn zu kuscheln und den Start in den Tag etwas entspannter zu gestalten. Irgendwann steht dann der Schatz auf und geht zum Füttern in den Stall, und ich bereite Frühstück vor und gehe schon mal duschen.

Überraschenderweise höre ich die Tür und denke, na da hast du ganz schön getrödelt; da geht die Badezimmertür auf, und der Schatz sagt: „Du Schatz, wenn Du fertig bist, kannst Du dann mal bitte in den Stall kommen mit dem Stethoskop? Die Dicke frisst nicht und hat eine aufgeblähte Wampe.“ Super, denke ich und verweise auf das gewünschte Gerät auf dem Küchentisch. „Ich hör doch da nix“, sagt der Schatz leise und geht wieder.

Keine Viertelstunde später bin ich im Stall, um einem Pferdebauch zuzuhören, der so wie ein Strandball klingt, in den man noch mehr hineinzupusten versucht. Ich sage: „Halfter drauf und laufen!“ und der Schatz fällt in sich zusammen, schaut zur Uhr und murmelt was von Arbeit und Externen, folgt aber brav den Anweisungen und schleppt sein dickes Pferd im Stall herum. Ich räume derweil das Heu aus der Box und warte auf Geräusche vom Heck des Pferdes oder vielleicht sogar ein paar Äppel. Nichts tut sich.

Also kein gemütliches Frühstück für uns. Ich gehe und mache wenigstens Tee und Frühstück für Schatz zum Mitnehmen, löse ihn dann ab und schicke ihn unter die Dusche. Nach etlichen Kreisen ist er wieder da und bekommt Strick und Handy in die Hand gedrückt, denn die Hunde müssen noch raus, und der Tierarzt muß angerufen werden. Die Hunde sind kooperativ und schnell fertig, der Tierarzt auch, er will innerhalb der nächsten Stunde eintreffen, ebenso Sohn, frisch aufgestanden, der sich bereiterklärt, Hunde und Katzen zu füttern. Die Dicke wird eingedeckt, der Schatz wischt sich ein Tränchen aus dem Auge, drückt mich und macht sich auf den Weg zur Arbeit. Derweil wandere ich weiter mit der Dicken durch den Stall, durch die Halle und über den Hof, immer weiter bis zum Eintreffen unseres Tierarztes, in der Zwischenzeit bestens versorgt vom Tochterkind, die mir Tee und Toast bringt.

Tierarzt Michael fährt vor, weiß von derzeit vielen Pferden zu berichten, die dringender Kolikbehandlung bedürfen und verfährt wie üblich – Schmerzmittel und was zum Entkrampfen. Neu ist die rektale Untersuchung, die außer einem Dreckrand am frischen Pulloverärmel nichts Sensationelles zutage fördert. Er lässt noch ein paar gute Wünsche da und macht sich dann wieder auf den Weg; und ich bleibe heute zu Hause, schaue immer wieder nach der Dicken und frage mich, warum ich eigentlich immer die bin, die ihr Gleitzeitkonto bis aufs Äußerste strapazieren muß, damit hier alles weiter seinen Gang gehen kann.

Und wer uns die Krätze an den Hals gewünscht hat.
Denn das waren jetzt drei kranke Pferde innerhalb von fünf Wochen.
Zu finden in: Stall und Weide

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