Montag, 25. Juli 2011

Sonntag

Irgendwann in der Frühe geweckt von des Schatzes Schlafgeräuschen („Ich schnarche nicht. Ich atme laut!“), sorgen der zunächst latent vorhandene Drang zum Örtchen und ein unruhiger Spitz dafür, daß ich nicht wieder einschlafen kann. Wenn ich mich jetzt bewege, fängt der Spitz an herumzuspringen. Das bringt den Herrn Hund in Wallung, und dann muß ich aufstehen und mit den Hunden raus … Draußen regnet es gleichmäßig auf den Stall hernieder. Ein beruhigendes Geräusch. Wenn draußen nicht schon wieder alles triefte. Außerdem verstärkt es den Drang.

Eingedenk der Mengen an Brot- und Brötchenteigen nebenan in der Küche wälze ich mich schließlich auf die Seite und schaue auf den Wecker. Kurz nach Neun. Jetzt aber …! Der Spitz fängt an rumzuspringen. Das bringt den Herrn Hund in Wallung, auch die Hundedame meint, es sei jetzt mal Zeit aufzustehen; also angle ich nach den Klamotten und trolle mich ins Bad. Vom Schatz noch keinerlei Lebenszeichen. Der arme, erschöpfte Mann braucht seinen Schlaf. Ich ja nicht. Ich bin unzerstörbar.

Und wasserdicht. Im Gegensatz zu Hose und Jacke. Seit drei Tagen regnet es schon wieder fast ohne Unterbrechung, und die Regenpausen zuvor waren auch kaum der Rede wert. Grummelnd stapfe ich mit den Hundetieren durch das widerliche Wetter und frage mich, warum das inkontinente Wolkenpack nicht mal Urlaub über Somalia machen kann. Dort bräuchte man die Regenmassen wesentlich dringender als hier. Auf dem Rückweg fällt mir auf, wie viel Regen in der Nacht tatsächlich gefallen ist – der Reitplatz steht fast komplett unter Wasser, und die Ponies haben nur noch ein paar Inseln auf ihrer Weide. Wir sollten das mit den Pferden aufgeben und vielleicht lieber Enten züchten.

Zurück zu Hause schiebe ich die Hunde ins Haus. Immer noch kein Lebenszeichen vom Schatz. Eigentlich gedachte ich seit einer guten halben Stunde am Backofen zu stehen und Brötchen und Croissants für das Frühstück zu backen. Aber na ja. Und wo ich ja schon mal durchgeweicht bin, kann ich den Rest auch noch erledigen – Zotti mit Medizin versehen und die Hühner füttern und rauslassen. Gut, daß ich Gummistiefel im Stall stehen habe, und gut, daß es inzwischen Stiefel sind und nicht nur Boots. Selbst die Stutenweide weist jetzt kleine Tümpel auf, und dabei liegt sie am höchsten. Zotti bekommt Haue von der frustrierten Dicken, die gern mal wieder mit ihrem Menschen (= der Schatz) zu tun hätte und nun glaubt, Zotti bekäme Leckereien, die ihr zustünden. Und die Hühner sind genauso schnell wieder drin, wie sie ausgeschwärmt waren.

Mittlerweise ist es fast Zehn. Der Schatz ist gerade fertig mit Duschen. Ich ziehe mir was Trockenes an und mache mich ans Backen und Teekochen und setze Hundefutter an. Sohn taucht von irgendwoher auf und beginnt gemächlich, mit dem Schatz zusammen den Frühstückstisch zu decken. Als ich nach einer Weile mit Brötchen und Croissants beladen dazu komme, hat der Schatz sogar den Kaminofen angefeuert. Mitten im Juli.

Im Backofen wird ein Brot nach dem anderen schön braun gebacken, dann noch ein Butterkuchen hinterher. Es duftet im Haus nach Brot und Kuchen und Holzfeuer und frischem Kaffee. Und ich versuche, nicht an die vielen Toten in Norwegen zu denken.
Zu finden in: Reiterstübchen

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