Donnerstag, 8. September 2011

Post

Sohn schreibt sich gelegentlich mit meiner Schwester, er kurz und trocken, sie lang und unterhaltsam. Jetzt gab er mir Schwesters Brief von letzter Woche zum Lesen. Da stand unter anderem:

„Vielleicht hast Du ja auch eine Mail-Adresse oder wenigstens einen Internet-Zugang, dann könnten wir uns mailen. Das ist dann einfacher, dieses Briefeschreiben ist ja doch sehr mühsam.“

Ich war irritiert und meinte, das sei jetzt überraschend, gerade von Schwester. „Fand ich auch“, sagte Sohn, nickte heftig und nahm seinen Brief wieder an sich, der schon nicht mehr handgeschrieben, sondern aus dem Drucker war. Wahrscheinlich ist es der letzte, denn nun schicken sie einander eMails.

Manchen Relikten weint man nicht nach. Um dieses ist es schade, finde ich. Einen Brief im Postkasten zu finden, an einen persönlich adressiert, vielleicht gar mit wohlbekannter Handschrift, die einem vor dem Öffnen schon das Herz klopfen läßt – das war schon immer etwas Besonderes. (Ich hatte sogar mal das Vergnügen, einen gesiegelten Brief zu bekommen!) Klar, eMails gehen schneller und sind einfacher zu schreiben; du mußt dir keine großen Gedanken vor dem Schreiben machen, sondern kannst anschließend einfach markieren, ausschneiden, einfügen, umsetzen. Das alles geht beim Schreiben auf Papier nicht so, man muß sich schon überlegen, was man macht und wie. Vielleicht sind die Menschen heute deswegen so ungeduldig und zappelig – sie verlernen, sich für etwas die Zeit zu nehmen, sich darauf zu konzentrieren und darüber nachzudenken. Und sich darüber zu freuen, daß jemand anders sich die Zeit für sie genommen hat.

Mir wird es fehlen, das Briefeschreiben und –bekommen.
Zu finden in: Reiterstübchen

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