Fremd
Normalerweise bin ich ziemlich froh, mit dem ferneren Teil meiner Familie nichts weiter zu tun zu haben. Meine hartnäckige Verweigerung der Dinge, die man so tut über viele Jahre hinweg hat letztendlich dafür gesorgt, daß die meisten Kontakte auf das notwendige Minimum reduziert wurden.
Aber gelegentlich tut mir das irgendwie leid.
Gerade zu Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten fand ich es eigentlich immer schön, Selbstgemachtes zu verschenken, neben Grußkarten aus eigener Herstellung am allerliebsten Dinge aus der eigenen Küche. Gebackene Osternester zum Beispiel oder Marmeladen, die es so sonst nicht gibt, Kekse und, seit Sohn mit in die Produktion eingestiegen ist, auch gern Trüffel, Mozartkugeln und seit neuestem Schokoladentafeln. Früher gab es auch mal Likör, Sirup, Leberwurst, kunstvoll bemalte Eier und Seidentücher, handgegossene Kerzen, Strohsterne und Handgestricktes; aber Alkohol und dieser süße Zuckerkram ist ja ungesund, die Leberwurst ist zu fettig, und überhaupt ist nur gut, was für teuer Geld gekauft wurde. So jedenfalls war Mamas Meinung, und meines Bruders Familie sieht es ebenso. Nur daß man das von denen nie direkt erfahren würde. Dafür sind sie zufeige wohlerzogen.
Und so habe auch dieses Mal zu Ostern zumindest die Karten rechtzeitig auf den Weg gebracht und dann festgestellt, daß – mit Ausnahme von des Schatzes Großeltern – niemand an uns gedacht hat.
Am meisten daran ärgert mich ja, daß gerade die, die sich immer fürchterlich darüber geärgert haben, wenn ihre Kinder vergessen oder nicht adäquat bedacht wurden, sich jetzt einen feuchten Dreck um meine Kinder scheren.
Langsam glaube ich, ich habe keine Familie mehr.
Aber gelegentlich tut mir das irgendwie leid.
Gerade zu Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten fand ich es eigentlich immer schön, Selbstgemachtes zu verschenken, neben Grußkarten aus eigener Herstellung am allerliebsten Dinge aus der eigenen Küche. Gebackene Osternester zum Beispiel oder Marmeladen, die es so sonst nicht gibt, Kekse und, seit Sohn mit in die Produktion eingestiegen ist, auch gern Trüffel, Mozartkugeln und seit neuestem Schokoladentafeln. Früher gab es auch mal Likör, Sirup, Leberwurst, kunstvoll bemalte Eier und Seidentücher, handgegossene Kerzen, Strohsterne und Handgestricktes; aber Alkohol und dieser süße Zuckerkram ist ja ungesund, die Leberwurst ist zu fettig, und überhaupt ist nur gut, was für teuer Geld gekauft wurde. So jedenfalls war Mamas Meinung, und meines Bruders Familie sieht es ebenso. Nur daß man das von denen nie direkt erfahren würde. Dafür sind sie zu
Und so habe auch dieses Mal zu Ostern zumindest die Karten rechtzeitig auf den Weg gebracht und dann festgestellt, daß – mit Ausnahme von des Schatzes Großeltern – niemand an uns gedacht hat.
Am meisten daran ärgert mich ja, daß gerade die, die sich immer fürchterlich darüber geärgert haben, wenn ihre Kinder vergessen oder nicht adäquat bedacht wurden, sich jetzt einen feuchten Dreck um meine Kinder scheren.
Langsam glaube ich, ich habe keine Familie mehr.
cu ruadh - 26. Apr, 13:06
Zu finden in: Über die Weiden geschaut
