Mittwoch, 12. Januar 2011

Papa zieht um

Nachdem Mama verstorben war, wusste Papa zunächst mal eine Weile nichts mit sich anzufangen. Verständlich. Dann aber, Ende November war’s, klingelte das Telefon:

Papa: „Ich rufe an, um dir mitzuteilen, daß ich mich entschlossen habe umzuziehen.“
(Kein Scherz. Er redet wirklich so.)
Cu: „Das ist ja schön! Weißt du schon …“
Papa: (ins Wort fallend) „… weil die Wohnung ist ja viel zu groß für mich alleine und überall denkt man dran und die Erinnerungen und dein Bruder hat ja damals schon was angesehen, als Mutti noch … blablabla … und da wollte ich wissen, ob du schon einen neuen Herd gekauft hast, weil du hattest doch gesagt … ?“
Cu: „Nein, eigentlich …“
Papa: (ins Wort fallend) „Wolltest du dann vielleicht unseren haben, der ist ja noch fast ganz neu, und den müsste ich dann ja wegschmeißen, weil so viel kann ich ja nicht mitnehmen, da ist ja viel weniger Platz, und darum will ich alles weggeben, was ich nicht brauche, und da dachte ich zuerst an euch, weil du hattest doch gesagt …?“
Cu: „Ja schon, aber …“
Papa: (ins Wort fallend) „Vielleicht kannst du dann ja auch noch was von den anderen Sachen gebrauchen, das Sofa im Wohnzimmer ist ja auch noch ganz neu, und ihr habt doch so viel Platz, weil so viel kann ich ja nicht mitnehmen …“

Wir haben uns dann auf Herd und Gefrierschrank geeinigt und vielleicht das eine oder andere Andere, was dann noch zu sichten sei. Und da ich es bis zum Umzugstermin Ende Februar abholen würde, möglichst zeitnah auch, weil der Herd ja bis dahin noch gebraucht würde.

Eine Woche später klingelte das Telefon.

Papa: „Ich rufe an, weil du doch gesagt hast, du kommst und holst die Sachen ab.“
Cu: „Ja, im Februar hatten wir doch gesagt.“
Papa: „Deine Schwester war am Wochenende hier, und sie hat doch noch so einen Gartenkocher mit zwei elektrischen Kochplatten, und den will sie mitbringen, das reicht ja auch für mich, was ich noch so mache. Wann kommst du denn jetzt?“
Cu: „Hier ist alles zugeschneit und glattgefroren, wir müssen erst noch ein bisschen abwarten, wie sich das Wetter entwickelt.“
Papa: „Ja, aber Ende Februar ziehe ich doch um …“

Vier Tage später sagte mir das Tochterkind, als ich nach Hause kam, ich möge doch bitte ganz ganz dringend meinen Vater anrufen, es sei sehr wichtig.

Papa: „Ähmja, weißt du, das war heute jemand, der hat sich die Küche angesehen und wollte die auch haben, aber ich hatte dir ja schon den Herd zugesagt, und da hat er gesagt, ohne Herd wäre die Küche für ihn ja wertlos …“
Cu: „… und da wolltest du fragen, ob ich den Herd wirklich unbedingt brauche.“
Papa: „Ähmja, so, ja, vielleicht, wenn du … aber den Gefrierschank habe ich fest für dich reserviert.“

Es kamen noch zwei Anrufe wegen des Gefrierschrankes, während Ostfriesland und das restliche Niedersachen von Schnee und Eis gefangen waren.

Gestern Abend klingelte das Telefon erneut:

Papa: „Ich rufe an, um dir mitzuteilen, daß ich schon am 29. Januar umziehe. Am 22. kommt jemand und holt die Sachen ab, weil so viel kann ich ja nicht mitnehmen, da ist ja nocht so viel Platz, und du wolltest doch den Gefrierschrank haben …“

Ich glaube, ich fahre am Wochenende hin. Sonst scheitert Papas Umzug am Ende noch an einem Gefrierschrank, der immer noch im Keller steht.
Zu finden in: Reiterstübchen

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Alle Einträge von cu ruadh sind extrem subjektiv und aus persönlichem Erleben entstanden. Anmerkungen und Kommentare sind erwünscht, allerdings bitte ich um einen höflichen und freundlichen Umgangston. Kurz gesagt: Wer pöbelt, suche sich einen anderen Stall!

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