Dienstag, 27. Juli 2010

Abschied

Gerade haben wir uns entschieden, uns von den Ponies zu trennen, da ist es auch schon passiert.

Das erste meiner unserer Ponies ist vom Hof gegangen.

Ich bin mir wie ein Verräter vorgekommen, als ich meinen süßen kleinen Grauen mit einer Möhre auf den Anhänger gelockt habe. Während er mit seinem neuen Besitzer vom Hof gefahren ist, habe ich hinter dem Stall gehockt und geheult.

Irgendwie hatte ich gehofft, dass es nicht so schwer werden würde. Aber es fühlt sich an, als lege sich eine Faust um meinen Magen und drehe alles einmal um. Und es wird etwas brauchen, fürchte ich, bis ich darüber hinweg bin. Am liebsten wäre es mir eigentlich, sie würden alle gleichzeitig gehen, anstatt das jedes Mal wieder ertragen zu müssen …

Leb wohl, mein kleiner Smokey. Ich wünsche dir alles Gute.

(Bild folgt. Falls ich es hinbekomme.)
Zu finden in: Stall und Weide

Fazit

Nach zwei Jahren des Herumärgerns, Durchhaltens und Nicht-unterkriegen-lassen-Wollens haben wir nun beschlossen, uns auf das zu konzentrieren, was wir eigentlich wollen – die Arbeit mit unseren Pferden.

Keine Einsteller mehr.
Es sei denn, jemand ist uns wirklich sympathisch.
Einsteller geben einen Haufen Geld aus, um sich ein Pferd mit Abstammung zu kaufen, mit dem sie dann anschließend nicht umgehen können. Sie erwarten Rundumversorgung, erstklassige Pflege, bestes Futter, Bespaßung für Pferd und Reiter, wollen dafür aber nicht mehr ausgeben als sie für einen mageren Weideplatz berappen müssten. Und sie wundern sich, wenn man etwas pikiert dreinschaut, wenn sie einem freudestrahlend die dritte neue Tannne-Trense präsentieren, die „mit 70 Euro doch wirklich ein Schnäppchen war“, nachdem sie einem noch am Vortag die Ohren vollgejammert hatten, dass sie sich den Stall eigentlich gar nicht leisten könnten mit ihrem kleinen Gehalt.
Merke: Einsteller sparen nicht an Pferd und Sachen, die sie ans Pferd bammeln können. An allem anderen meist schon.

Kein Ponyreiten mehr.
Ponyreiten erfordert Ponies, Kinder, die das gern möchten, und Eltern, die nicht sagen: „Och da fahren wir mal zu Onkel Peter, der hat Ponies, da kannste mal ne Runde drauf drehen“. Und eine Menge Zeit.
Ponies erfordern Ausrüstung, Futter, Einstreu, Hufpflege und den Tierarzt, auch wenn es sich nur um Impfen und Wurmkuren handelt.
Wenn man nicht Geld im Überfluß hat, müssen die Ponies ihren Beitrag leisten, um tragbar zu bleiben. Das heißt, es ist eine bestimmte Mindestanzahl an Ponyreitstunden erforderlich, damit die Ponies sich rechnen. (Ein grässlicher Ausdruck … aber ein K.O.-Kriterium …)
Da hier aber die meisten anscheinend entweder einen Onkel Peter mit reichlich Ponies haben oder gar selbst eines hinter dem Haus, ist das Ponyreiten ein reines Zuschussgeschäft, das überdies Unmengen von Zeit verschlingt, die an unseren Pferden dann anschließend fehlt.
Merke: Eltern reitinteressierter Kinder sparen oft an allem, was mit guter reiterlicher Ausbildung zu tun hat. Dafür wissen sie dann alles viel besser.

Keine Ferienkinder (mehr).
Die Resonanz auf das Ferienangebot war jetzt so gewaltig nicht, dass es sich lohnen würde, darüber noch weiter nachzudenken. Ohne Ponies kein Ponyreiten, ohne Ponyreiten keine Ferienkinder. Und da inzwischen beide Erziehungsbeauftragte hier in Lohn und Brot stehen, um das Projekt Ostfriesland überhaupt noch finanzieren zu können, fehlt irgendwie auch die Zeit dafür, „Fremdkinder“ zu betüddeln. Die eigenen Sprösslinge sind mittlerweile wohl alt genug, sich über die Ferien selbst zu beschäftigen, aber noch nicht alt genug, um Aufsichtspflichten übernehmen zu können.

Keine Ferienwohnung (vorerst).
Nachdem Hof und vor allem Haus in einem wesentlich schlechteren Zustand waren als wir erwartet hatten, sind diese Planungen eigentlich von Anfang an auf der Strecke geblieben. Was die erste notdürftige und absolut erforderliche Sanierung nicht verschlungen hat, haben Versicherungen, Berufsgenossenschaften, Behörden und Anwält/Notare aufgebraucht. Jedenfalls weitestgehend.


Da bleiben also nur noch wir und unsere Pferde übrig.
Zu finden in: Einfahrt und Parkplatz

Utn Peerstall

Das sind keine Haflinger!

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Alle Einträge von cu ruadh sind extrem subjektiv und aus persönlichem Erleben entstanden. Anmerkungen und Kommentare sind erwünscht, allerdings bitte ich um einen höflichen und freundlichen Umgangston. Kurz gesagt: Wer pöbelt, suche sich einen anderen Stall!

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